Stoff
Aufgerissene Löwenmäuler und giftgrüne Medusenköpfe sind in einem Teil der 54 Millionen Meter Baumwollstoffe eingedruckt, die vom Zweizonenamt für die deutsche Bevölkerung freigegeben wurden. Eigentlich sollten die Stoffe nach Afghanistan und Belgisch-Kongo. Aber den Negern fehlte es an Dollars. Jetzt bleibt der Stoff in der Bizone, wo er im Lohnveredelungsgeschäft gewebt worden ist. Die Alliierten schätzen, daß die Tuche für 25 Millionen Kleidungsstücke reichen. Die ersten Mengen sind bereits seit Anfang März freigegeben. Geheimrat Hagemann von der Textilstelle der Wirtschaftsverwaltung spürt seit Wochen mühsam die einzelnen Webereien auf, in denen die Stoffe lagern. Die Textilindustriellen trennen sich ungern von den schmucken Tüchern. So kurz vor der Währungsreform.