Strauch-Dieb - DER SPIEGEL
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13. Juli Strauch-Dieb

• aus SPIEGEL Chronik 54/2001
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In der Nachbarschaft ist der nukleare Langfinger als notorisch gut gelaunter »Jonny« bekannt, der »immer wie aus dem Ei gepellt« durch die Stadt stolziert. An diesem Freitag führt der Strahlemann Johannes M. die Polizei auf einen ehemaligen Militärflugplatz bei Landau und gräbt bizarres Diebesgut unter einem Brombeerstrauch aus - ein fünf Zentimeter langes Röhrchen mit brauner Atomsuppe aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK). Der 46jährige Arbeiter hatte das Plutonium-Behältnis in seiner Hosentasche problemlos durch mehrere Sicherheitsschleusen der Atomanlage geschmuggelt. Die Politik reagiert gereizt. Umweltminister Trittin rügt »eklatante Mängel im Sicherheitssystem« und fordert rigorose Aufklärung, die Stuttgarter Landesregierung wiegelt ab, Experten sehen keine Gefahr für die Bevölkerung. In der Anlage, die seit 1996 abgebaut wird, lagern noch rund 70 000 Liter Atombrühe. M., seine Lebensgefährtin und deren Tochter werden mit Strahlenschäden ins Krankenhaus eingeliefert. Wenige Tage später kommt auch aus Bayern eine nukleare Hiobsbotschaft. Ein ehemaliger Siemens-Angestellter gesteht, in den siebziger Jahren Atommüllreste aus einer Firmenanlage in Erlangen entwendet zu haben.

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