Streit mit Amazon - DER SPIEGEL
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MUSIKINDUSTRIE Streit mit Amazon

• aus DER SPIEGEL 52/2007
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Ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft lieferte sich die Musikindustrie eine heftige Auseinandersetzung mit Amazon: Der Online-Händler nahm Anfang dieser Woche fast alle Top-100-Titel der Musikkonzerne Sony BMG und Warner sowie ausgewählte Verkaufsschlager von Universal und EMI aus dem Angebot. Für einige Tage waren die aktuellen Alben der Top-Stars von Celine Dion bis James Blunt und von Amy Winehouse bis Mark Medlock nicht bestellbar. Hintergrund: Kurz zuvor hatten die führenden Musikkonzerne Amazon abgemahnt, weil bei dem Online-Händler immer wieder deutlich billigere Importe aus Nicht-EU-Ländern von vielen Top-Alben statt der regulären CDs angeboten wurden. Amazon solle das ab sofort unterlassen. Die Antwort kam prompt und war ein Beweis, welche Marktmacht der Online-Händler inzwischen hat: Nicht nur die beanstandeten Platten wurden aus dem Angebot geworfen, sondern gleich fast alle aktuellen Alben von zumindest zwei der größten Musikkonzerne. Erst nach einem Krisengespräch zwischen Musikindustrie und Amazon nahm das Online-Kaufhaus wieder alle Alben ins Angebot und entfernte die von den Plattenfirmen als illegal angesehenen Importe. Allerdings sei die Auseinandersetzung damit noch nicht vorbei, wie ein Top-Manager eines Musikkonzerns betont: »Das ist nur ein Waffenstillstand, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis.« Ein anderer Top-Manager ärgert sich vor allem über den Zeitpunkt des Streits: »Wie es passieren konnte, sich ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft mit Amazon anzulegen, ist völlig rätselhaft.« Amazon wollte sich zu Details des Vorgangs nicht äußern.

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