FERNSEHEN Struve nach Hollywood?
ARD-Programmdirektor Günter Struve, 58, steht kurz davor, der wohl bestbezahlte Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Verbunds zu werden. Der ehemalige Filmmanager soll künftig als Leiter eines neuen ARD-Verbindungsbüros in Los Angeles Programme akquirieren, obwohl die Hollywood-Studios viele Werke auf Jahre hin verkauft haben; dabei würde Struve im Jahr pauschal 550 000 Mark einstreichen. Da das Einkommen weitaus geringer als hierzulande besteuert wird, stellt er sich netto besser als die Intendanten der ARD. Wie aus MDR-Unterlagen hervorgeht, will der Leipziger Sender das Westcoast-Büro drei Jahre lang allein finanzieren, für 1999 fallen 1,16 Millionen Mark Kosten an. Ausgiebig sprach Struve ("ein interessanter Job"), dessen Tochter in San Francisco lebt, mit MDR-Chef Udo Reiter über den im März zu besetzenden Posten. Zwar ist noch unklar, ob die Intendanten den bis 2003 laufenden Vertrag Struves, der die ARD zur Marktführerschaft brachte, wirklich lösen - doch hinter den Kulissen beginnt bereits das Gerangel um die Nachfolge. Gute Chancen hat WDR-Fernsehchef Nikolaus Brender: Auch Struve kam aus Köln.