Subtile Eigenart - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 112 / 120

Briefe

Subtile Eigenart
• aus DER SPIEGEL 51/1993
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Subtile Eigenart

(Nr. 48/1993, Zeitgeist: SPIEGEL-Gespräch mit dem Soziologie-Professor Alexander Schuller über das Böse)

Das Böse ist schlicht ein Ausdruck der Vielfalt und Freiheit der Schöpfung, letztlich Gottes Wille. Und der wird doch wohl nicht böse sein!? *UNTERSCHRIFT: Friedrichshafen HEINZ SCHINDLER

Das Böse herrscht auch, weil das Nichts herrscht. Schuller drückt es sehr gut aus: »In der Werbung wird nicht der kleine Mann, eher der große, imperiale, brutale Sieger gefeiert. Ich denke, daß dies ein Identifikationsangebot ist, um sich aus der vertrottelnden Belanglosigkeit des Alltags gewissermaßen emphatisch hervorzuheben.« Die Zeit ist nichts mehr, der Mensch ist nichts mehr - also kann nur Böses noch sein. *UNTERSCHRIFT: Biberach (Bad.-Württ.) MARTIN BERTSCH

Das Böse ist eine tiefe, subtile Eigenart des Menschen: Kommt sie zum Ausbruch, so will sie ihn in ein höchstmögliches Maß an Unheil stürzen. Der heutige Typus scheint zum Bösen gar nicht mehr fähig. Insofern ist es richtig, das Böse gleichzusetzen mit blöde, brutal. *UNTERSCHRIFT: Hamburg HARALD HAUPTMANN

Das Gute sei abgeschlafft, der Mensch ein rechtes Ungeziefer, das sind die Leitmotive des Herrn Professor Schuller; ein Kulturpessimismus und Defätismus, der Nietzsche nicht einmal ein müdes Lächeln entlocken würde. *UNTERSCHRIFT: Kassel RAINER THOMAS

Selten so gelacht! - Gibt's das Buch von Professor Schuller auch als Comic? *UNTERSCHRIFT: Saint-Quentin (Frankreich) MARTIN LIEBSKE WOLFGANG ZINK *BEILAGE: Eine Teilauflage dieser SPIEGEL-Ausgabe enthält eine Beilage der American Express / Personal Card, Frankfurt.

Zur Ausgabe
Artikel 112 / 120