Taster
Die Stabschefs der amerikanischen Streitkräfte (General Omar Bradley, General Hoyt S. Vandenberg und Admiral Louis E. Denfield) tasten das europäische Verteidigungsfeld persönlich nach schwachen Stellen ab. Als Zweck ihrer Europareise bezeichneten die Generalstäbler die Aussprache »mit allen Beteiligten« über die militärische Organisation des Atlantik-Paktes. Vom Waffenhilfsprogramm sei mit keiner Silbe die Rede gewesen. In Frankfurts IG-Haus hatten die Amerikaner »einen sehr interessanten Meinungsaustausch« mit ihren Kollegen aus Luxemburg und Italien. In London wurden Besprechungen mit britischen, norwegischen und dänischen Generalstäblern geführt. In Paris berieten sich die Amerikaner mit französischen, holländischen und belgischen Militärs. Auch der Generalstab der westeuropäischen Verteidigungsunion tagte mit. Der Europa-Bericht der Stabschefs soll der Atlantik-Konferenz in der zweiten Augusthälfte als Arbeitsunterlage dienen.
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Die Sowjet-Agentur Tass will erfahren haben, daß der Zweck der Reise in der Ausarbeitung strategischer Pläne zur Unterjochung Europas unter die Vereinigten Staaten bestehe. Westdeutschland werde in den Atlantik-Pakt einbezogen werden, läßt sich Tass berichten. Wilhelmshaven, Emden und anderen deutschen Nordseehäfen sei dabei die Rolle amerikanischer Marine-Stützpunkte zugedacht.