Hausmitteilung Tauchen / Grundgesetz / Beutekunst
Großekathöfer, Omar
Foto: SHAWN BALDWIN / Der SpiegelSPIEGEL-Redakteur Maik Großekathöfer saß im Café »El Fanar« im ägyptischen Dahab am Roten Meer, knapp zwei Autostunden von Scharm al-Scheich entfernt, er blickte aufs Meer und auf das gefährlichste Loch der Welt: Das Blue Hole ist eine trichterförmige Öffnung im Saumriff, bis zu 102 Meter tief, mit einem Tunnel, der ins offene Meer führt. Der Tunnel gilt unter Tauchern als Mythos, ihn zu durchqueren als Mutprobe. Mehr als 130 Sporttaucher sollen hier in den vergangenen 15 Jahren ums Leben gekommen sein. Neben Großekathöfer saß ein Mann, der in solchen Fällen die Leichen birgt und der schon früh das Blue Hole erkundet hat: Tarek Omar. Der Tauchlehrer erzählte Großekathöfer von den Verlockungen und Gefahren des Blue Hole. Gemeinsam tauchten sie in eine Tiefe von 40 Metern, vom Tunnel riet Omar dem SPIEGEL-Mann jedoch ab - Großekathöfer hat zwar eine Prüfung als »Advanced Open Water Diver« bestanden, aber der Trip, so Omar, wäre für den Deutschen »wahrscheinlich ein One-Way-Ticket« (Seite 104 ).
Thomas Darnstädt, Jurist und SPIEGEL-Redakteur, kennt Staatsrechtslehrer als trockene Charaktere. Seit Jahren verfolgt er ihre Diskussionen, Auseinandersetzungen finden eher in Nebensätzen statt. Doch als vor zwei Wochen Rechtsprofessoren und Verfassungsrichter zusammentrafen, um sich mit den Überlegungen in der Bundesregierung zu einem Verfassungsplebiszit zu beschäftigen, erlebte Darnstädt einen Aufruhr, von »Staatsstreich« war die Rede, und Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio schimpfte über die Berliner »Phantomdebatte«. Als Darnstädt, seit Jahren mit Di Fabio bekannt, hinterher beim Weißwein wissen wollte, warum jener so zornig sei, erfuhr er: »Das erkläre ich Ihnen gern. Dazu brauch ich aber Platz.« Zusammen mit dem Kollegen Dietmar Hipp bat Darnstädt Di Fabio zum Gespräch. »So heftig«, berichtet Darnstädt, »habe ich den noch nie erlebt« (Seite 23 ).
Irina Antonowa, 90 Jahre alt, gilt in Museumskreisen als Legende, und so waren die SPIEGEL-Redakteure Martin Doerry und Matthias Schepp auf vieles vorbereitet - nicht aber auf eine immer noch so präsente und agile Dame. Antonowa, noch von Nikita Chruschtschow zur Direktorin des Moskauer Puschkin-Museums ernannt, ist die Hüterin der bedeutenden Artefakte, die von sowjetischen Soldaten Ende des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland geraubt worden waren. Dazu zählen etwa der von dem Archäologen Heinrich Schliemann gehobene »Schatz des Priamos« oder auch das Gold der Merowinger - »ein Kunstschatz, der ins Land seiner Herkunft gehört, nach Deutschland«, so Doerry. Antonowa jedoch widersprach dieser Auffassung, charmant, aber vehement (Seite 80 ).