Tendenz
Als Rückschlag auf die koreanische Boom-Psychose zeichneten sich um den Ultimo des ersten Quartales 1952 Tendenzen am Weltwarenmarkt (s. auch »Moskau-Konferenz«, Seite 15) ab, die über eine Normalisierung hinausgehen und Slump-Charakter gewinnen:
* Von Mitte Februar 1951 bis Mitte Februar 1952 sank der Wollpreis von 321 Shilling je lb auf 142 Shilling. Es stellte sich heraus, daß einer Wollschur von 2365 mio lb nur ein Weltverbrauch von 2230 mio lb Wolle gegenübersteht.
* Von Mitte Januar 1951 bis 27. Februar 1952 sank der Baumwollpreis von 45.01 cts je lb auf 40.95 cts. Die Welternte an Baumwolle (einschl. UdSSR und Rotchina) beträgt 34 500 000 Ballen, der Verbrauch nur 33 300 000 Ballen.
* 1951 wurden 1 850 000 to Kautschuk erzeugt, aber nur 1 510 000 to verbraucht. 1952 hat sich der Weltvorrat um 350 000 to vergrößert. Preissturz: von 226 cts je lb auf 108.
* Am Weltmarkt für Erdöl ging der Persien-Ausfall spurlos vorüber. Im Gegenteil:
die Weltproduktion stieg von 543 mio t 1950 auf 600 mio t 1951. Trotz Persien blieben die Preise gleich: 1951 wie 1952 4.25 $ je barrel.
* Im Januar 1951 kosteten schwere Stierhäute loco Chicago 43,50 cts je lb, 1952 nur noch 15,50 cts. Die passive Resistenz der Letztverbaucher an Schuhen hat die Händler schnell zur Räson gebracht.
* Nachdem die USA drei Jahre lang allein 21 Prozent der Weltproduktion an Zinn als strategische Reserve aufgekauft hatten, stellten sie 1951 diese Käufe ein. Mitte Februar 1951 kostete die Tonne Zinn 1390 Pfund, am 27. Februar 1952 nur noch 974 Pfund.
* Zucker ist im Ueberfluß am Weltmarkt. Die Preise sinken ständig: Februar 1951 5,90 cts je lb. Heute 4,40 cts.
* Der Schmalzpreis verfällt langsam aber sicher: das lb Middle West - Schmalz kostete Februar 1951 loco New York 19,55 cts, heute 13,77 cts.