TERMINPLAN.
Axel Springer hat keinen Termin beim Bundeskanzler. In einer Gegendarstellung an den SPIEGEL hatte der Verleger erklärt, er habe sich »nie seit der Regierungsbildung um einen ... Termin« bei Willy Brandt bemüht, ein Zusammentreffen sei ohne seine Initiative für 17. Dezember 1969 vereinbart worden, von ihm, Springer, aus jedoch wegen »Überbelastung nicht zustande« gekommen. Dazu Brandt: »Das mag wohl so sein, aber auch vom Bundeskanzler ist keine Initiative ausgegangen.« Der umstrittene Termin wurde über mehrere Schaltstellen vereinbart. Anfang Dezember hatte der Hamburger Senatssprecher Paul Otto Vogel im Kanzleramt angerufen. Seine Nachricht: Er habe mit dem Generalbevollmächtigten Peter Tamm vom Springer-Verlag gesprochen, und es wäre doch gut, wenn der Kanzler einmal Herrn Springer einladen würde, und zwar nicht nur ins Kanzleramt, sondern möglichst auch in die Villa auf dem Venusberg. Springer lege Wert darauf, beim Kanzler außer Horst Ehmke auch Helmut Schmidt und Herbert Wehner zu treffen. Vogel meinte, aus dem Besuch könne sich eine veränderte Haltung der Springer-Zeitungen zur neuen Bundesregierung ergeben. Da Tamm über Vogel wissen ließ, Springer werde die Einladung bestimmt annehmen, schlug das Kanzleramt den 17. Dezember vor. Springer lehnte ab, da er dann auf Reisen sei. Ein weiterer Anruf Vogels kurz vor Weihnachten brachte keinen neuen Termin zustande. Brandt erklärte, er halte inzwischen das Gespräch seines Staatssekretärs Egon Bahr mit Springer in Berlin für ausreichend. Der Verleger in seiner SPIEGEL-Gegendarstellung über das ausgefallene Gespräch mit dem Kanzler: »Dieses Zusammentreffen ... soll nachgeholt werden.« Dazu Willy Brandt: »Davon ist mir nichts bekannt.«