Termitenhügel - DER SPIEGEL
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Briefe

Termitenhügel
• aus DER SPIEGEL 18/1949
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Termitenhügel

Dr. Bergtolds Turmstadt wurde zu recht im ersten Aprilheft gebracht. Die »Spiegel«-Redaktion hat sicherlich geglaubt: »Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich.« - Richtig!

Leider ist dieses Ding, der Wohnturm, nicht ganz originell, auch nicht sonderlich zweckmäßig und schon gar nicht schön. (Insofern könnte es allerdings einige Zukunft haben.)

Es sei daher erlaubt, einige Anregungen zu geben. Der weltberühmte Architekt Le Corbusier, übrigens auch ein Autodidakt, hat seit 1922 städtebaulich äußerst geistreiche, wohntechnisch hervorragende und architektonisch höchst interessante Turmbauten größten Stils entwickelt. (Schicken Sie Mosjö Dr. Bergtold zu Herrn Corbusier in die Schule!)

1931 wurde, übrigens nicht zum 1. April, in der Moskauer Rundschau ein Projekt vorgeführt, das eine Stadt für 100000 Menschen in einem einzigen, pyramidenförmigen Bau unterbrachte. Dieses Gebauwerk erinnerte stark an einen Termitenhügel. Selbstverständlich war alles vollautomatisch gedacht, bis zum Krematorium. Ob der Kommandant ganz oben in der Pyramidenspitze seinen Lokus hatte, ist nicht mehr erinnerlich; aber doch sehr wahrscheinlich. Jedenfalls war auch dieses Projekt ganz witzig.

Lünen i. W.

WALTER HÄMER

Stadtbaurat a. D.

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