SKANDINAVIEN Terroralarm im Norden
Als das Terrornetzwerk al-Qaida vor zwei Jahren Norwegen zum Ziel von Anschlägen erklärte, glaubten viele Experten an eine Verwechslung mit Dänemark. Schließlich hatte die Regierung in Oslo den USA im Irak-Krieg die Unterstützung verweigert, anders als der südliche Nachbar. Inzwischen aber sind die skandinavischen Sicherheitsbehörden alarmiert: Ein Terroranschlag in einem der drei nordischen Länder sei »nur eine Frage der Zeit«, warnt Jörn Holme, Chef der norwegischen Sicherheitspolizei. Eingeschleuste Extremisten würden die liberalen Gesetze und Aufenthaltsbestimmungen nutzen, um Bombenanschläge vorzubereiten.
Dänische Terrorexperten befürchten sogar, dass al-Qaida bereits dabei ist, nordische Zellen »scharf zu machen«. Dass die Warnungen wohl berechtigt sind, belegen einige Festnahmen. In Sarajevo verhaftete die Polizei vor kurzem einen Bosnier mit schwedischem Pass, der von Schweden aus unter dem Decknamen »Maximus« junge Muslime für Anschläge angeworben haben soll. Gleichzeitig wurde ein Türke mit dänischen Papieren festgenommen. Kurz darauf spürte die dänische Polizei sieben junge Muslime mit Wohnsitz in und um Kopenhagen auf, von denen mindestens vier »daran beteiligt gewesen sind, einen Terroranschlag vorzubereiten«, so Polizeisprecher Sten Skovgaard Larsen.