TEST-FLUG.
Luftwaffeninspekteur Johannes Steinhoff will Anfang September mit einem Gewaltflug von Deutschland nach Amerika beweisen, daß die Starfighter-Krise endgültig vorbei ist. Zum erstenmal sollen sechs einsitzige Maschinen dieses Typs über den Atlantik fliegen. Staffelchef ist Oberst Kurt Stöcker, Kommodore des Jabo-Geschwaders 33 in Büchel (bei Cochem). Die geplante Flugroute führt von Jever (Ostfriesland) über Schottland, Island, Grönland und Kanada nach Luke Air Force Base im US-Staat Arizona. Da der Starfighter nicht in der Luft aufgetankt werden kann, müssen die Maschinen sechsmal zwischenlanden. Nach einem Wartungsstopp von zwei Tagen starten die Piloten zum Rückflug. Die Amerika-Reise soll insgesamt zehn Tage dauern. Hauptzweck der Übung neben Navigationstraining und Luftwaffenwerbung: Steinhoff will wissen, ob er im Spannungsfall schnell mit den 96 Starfightern rechnen kann, auf denen in Luke deutsche Flugschüler ausgebildet werden. Die Luftwaffe hat nach Auskunft des Verteidigungsministeriums »nicht die schlechtesten Piloten« für den Trip ausgewählt. Eine Rückversicherung schien Steinhoff dennoch angebracht: Die Starfighter werden von einem U-Boot-Jäger des Typs Breguet »Atlantic« begleitet, der sich auch für Rettungseinsätze eignet.