DOPING I Teure Fehler
Das Urteil des Münchner Landgerichts vom vergangenen Mittwoch, das der ehemaligen Sprint-Weltmeisterin Katrin Krabbe wegen ihrer ungerechtfertigt langen Dopingsperre 1,2 Millionen Mark Schadensersatz plus Zinsen zugesprochen hat, wird weit reichende Folgen in anderen Dopingfällen haben. Auf Krabbes einjährige Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hatte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) unzulässigerweise noch zwei Jahre draufgelegt. Olympiasieger Dieter Baumann werde »nun mit Leichtigkeit ein Vielfaches der Krabbe-Million geltend machen«, sagt dessen Heidelberger Anwalt Michael Lehner. Wie die Neubrandenburgerin hatte die IAAF auch Baumann wegen Dopings von Wettkämpfen ausgeschlossen, obwohl der DLV nach einem Gerichtsverfahren den Dopingverdacht für nicht begründet gehalten und ihn freigesprochen hatte. Womöglich wird nun ein außergerichtlicher Vergleich zwischen Baumann und der IAAF beschleunigt.
Auch der gesperrte Olympiasieger Alexander Leipold will nun kassieren. Bei der Anhörung vor dem internationalen Sportgerichtshof am Dienstag in Lausanne wird sein Anwalt Axel Ulmer unter anderem die naturwissenschaftliche Grundlage der Bestrafung in Frage stellen. Trotz fehlender Studien waren Leipold und andere prominente Sportler wegen Dopings mit Nandrolon aus dem Verkehr gezogen worden.