USA Teure Hilfe
Washingtons Finanzministerium geht gegen US-Bürger vor, die vor dem Irak-Krieg als »menschliche Schutzschilde« ins Zweistromland gereist waren. Der Verstoß gegen die über Bagdad verhängten Sanktionen kann mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis und einer Buße von 275 000 Dollar bestraft werden. Auch wenn die Ermittler von derlei Höchststrafen absehen wollen, verfolgen sie derzeit rund 20 US-Bürger, die wichtige Anlagen im Irak durch ihre Gegenwart vor alliierten Angriffen hatten schützen wollen. Keiner von diesen insgesamt mehreren hundert internationalen Freiwilligen kam im sechs Wochen dauernden Krieg zu Schaden. Das dürfte sich für die Amerikaner unter ihnen nun ändern. Immerhin 10 000 Dollar könnten die Strafbefehle des Treasury Department wegen angeblicher »finanzieller Transaktionen« im Irak betragen. Dabei sind die Beträge, um die es geht, lächerlich. Judith Karpova, eine 58-jährige Autorin aus Hoboken (New Jersey) hatte kaum Geld für ihren Lebensunterhalt dabei. Auch bei den anderen hätte die Reisekasse von einigen hundert Dollar nur für »Reis, Eier und Datteln gereicht«. Dass die Regierung solche Verstöße gleichwohl unerbittlich verfolgt, stellte sie erst Mitte August unter Beweis - als sieben Verfahren gegen amerikanische Kuba-Reisende abgeschlossen wurden. Auch sie hatten mit ihrem Besuch auf der Zuckerinsel ein US-Embargo ignoriert.