Teure »Mediapower« - DER SPIEGEL
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MARKETING Teure »Mediapower«

• aus DER SPIEGEL 48/2002
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Der Verkauf von Billig-PCs entwickelt sich in der Grauzone zwischen Anzeigengeschäft und redaktioneller Arbeit zu einem einträglichen Geschäft für den Internet-Ableger der »Bild«-Zeitung, Bild.T-Online.de: Gemeinsam mit dem Vertriebspartner, der Supermarktkette »Plus«, warf das Joint Venture von Axel Springer Verlag und T-Online am Wochenende erneut 75 000 seiner »Volks-PCs« auf den Markt, nachdem bereits 25 000 in einer ersten Aktion im September verkauft wurden. Geld macht Bild.T-Online aber nicht mit dem Verkauf der Rechner, sondern mit »Medialeistungen« für die beteiligten Hersteller wie AMD oder Microsoft: Im Sommer gingen Verlagsleute mit der eigenen »Mediapower« bei Hard- und Software-Produzenten hausieren. Der Deal: »Bild« bewirbt den Billigrechner für die Hersteller und wird dafür gut bezahlt. Wer die »Mediapower« des Millionenblatts (Schlagerstar Michelle: »Ich bin begeistert vom Volks-PC") nutzen will, muss tief in die Tasche greifen. Schon die erste Stufe, die »prominente Platzierung« in der regelmäßig erscheinenden Internet-Beilage des Blatts kostet 100 000 Euro. Als »Top-Partner« für 250 000 Euro gibt es eine »gemeinsame Themenfestlegung zur Abstimmung der redaktionellen Einbindung«. Richtig kostspielig wird es, will man noch die »Kommunikationsaktivitäten von 'Computer Bild' und 'Bild am Sonntag'« nutzen. Für einen »Mediawert« von einer halben Million Euro wird dann die redaktionelle »Berücksichtigung der Unternehmenskommunikation« garantiert. Laut Bild.T-Online-Chef Peter Würtenberger handle es sich bei den redaktionellen Leistungen um Anzeigen, die entsprechend gekennzeichnet seien. Man habe »keinen Zugriff auf die Redaktion der 'Bild'-Zeitung«.

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