Teure Schocker aus Paris - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 65 / 84

Teure Schocker aus Paris

*
• aus DER SPIEGEL 32/1986
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Trapezförmige Minis, darunter Petticoats aus Tüllrüschen, Topfhüte hoch wie Ofenrohre und hohe Hacken mit Glitzersteinen; daneben Samtroben mit gepolsterten Rückfronten oder Taftrosen über dem Po - mit solch spektakulärem Defilee brachte der Designer Christian Lacroix, 34, das fast schon vergessene Modehaus Jean Patou bei der Haute Couture letzte Woche in Paris wieder ins Rampenlicht. Auch Westdeutschlands derzeit führende Klatschspalten-Prominente Gloria von T. und T. zählt schon zu den Kunden für diese Mode »ohne Spinnweben und Tabus« ("International Herald Tribune"). Mehr noch als an solch teuren Kunden ist den jungen Patou-Erben, Großneffen des Gründers, an der Reklame für ihre kostbaren Parfüms aus den zwanziger Jahren gelegen, die sie auf der Nostalgie-Duftwelle wieder in den Handel schleusten. Modekritiker, die viele Haute-Couture-Saisons gähnend abgesessen haben, sehen in Lacroix schon »die neue Hoffnung der Couture«. Der Beifall für Lacroix' Babydolls ließ auch Karl Lagerfeld nicht ruhen. Er spickte seine Chanel-Kollektion ebenfalls mit aufgeplusterten Ballerinen-Röcken und Mini-Krinolinen. »Auch Lagerfeld« notierte die »Tribune«, »spielt verrückt.«

Zur Ausgabe
Artikel 65 / 84

Mehr lesen über