RÜSTUNG Teurer Panzer
Die neuen Transportpanzer (GTK) der Bundeswehr werden weit teurer als geplant. Statt sechs Milliarden Mark, die das Verteidigungsministerium bisher für die 3000 Panzer veranschlagt hat, werden mehr als acht Milliarden benötigt, so ein vertraulicher Bericht des Bundesrechnungshofs. Auch die Entwicklungskosten würden »weit mehr« als die bisher geplanten 127 Millionen Mark beanspruchen.
Zudem habe das Heer weder eine »Analyse des Gesamtbedarfs« noch einen konkreten Zeitplan für die Ablösung alter M113- und »Fuchs«-Panzer durch die 14 verschiedenen Versionen des GTK vorgelegt. Die geplante Stückzahl beruhe vielmehr noch auf Plänen von 1990, obwohl die Bundeswehr seither verkleinert worden ist. Unverständlich ist den Rechnungsprüfern, warum die Hardthöhe das Gemeinschaftsprojekt mit Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden einerseits als »dringlich« einstuft, sich aber andererseits bis zur Lieferung des letzten GTK gut 20 Jahre Zeit lassen will.
Keine Einwände hat der Bundesrechnungshof indes gegen die im Bundestag umstrittene Entscheidung, ohne den vorherigen Bau von Prototypen ein Konsortium unter Führung der deutschen Firmen Wegmann und Krauss-Maffei mit dem GTK-Projekt zu beauftragen. Das unterlegene Konsortium KUKA/Henschel hatte »rechtliche Schritte« gegen das Wehrressort angekündigt, weil sein letztes Angebot nicht mehr berücksichtigt worden war. Angeblich könnten pro Panzer (Stückpreis jetzt: 2,77 Millionen Mark) fast 400 000 Mark eingespart werden.