Teurer Trick - DER SPIEGEL
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SAARLAND Teurer Trick

Von Andreas Voigt
• aus DER SPIEGEL 25/1997
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Der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine wird von seiner politischen Vergangenheit als Bürgermeister der Landeshauptstadt eingeholt. In einem Zivilprozeß, der sich seit 23 Jahren hinschleppt, droht der Stadt Saarbrücken nun, daß sie Schadensersatz in Höhe von 43,6 Millionen Mark an den Kaufmann Jürgen Gräßer zahlen muß. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Oberlandesgericht bestelltes Gutachten der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen. Der Unternehmer hatte Anfang der siebziger Jahre auf einem 5,7 Hektar großen Gelände einen Verbrauchermarkt und Wohnungen errichten wollen. Die von einem CDU-Oberbürgermeister regierte Stadt signalisierte Zustimmung.

Doch eine neue Rathauskoalition von SPD und FDP, angeführt vom späteren Oberbürgermeister Lafontaine, lehnte das Vorhaben 1974 aus städteplanerischen Gründen ab. Der Unternehmer war, wie das Oberlandesgericht Saarbrücken bereits 1984 rechtskräftig urteilte, mit einem Trick ausgebootet worden: Die Stadt hatte plötzlich statt der vereinbarten 2,5 nun 4,5 Millionen Mark Erschließungskosten verlangt. Diese Forderung wurde nach Überzeugung der Richter »bewußt nur vorgeschoben«. Im September will das Oberlandesgericht über den Schadensersatz verhandeln.

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