TEXT IN TERN - DER SPIEGEL
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Briefe

TEXT IN TERN
• aus DER SPIEGEL 25/1970
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TEXT IN TERN

(Nr. 24/1970, Presse)

Über den Ausschluß von Jürgen Tern, dessen besonnene und in souveräner Weise listigen und zugleich sachanalytischen Artikel ich -- und mit mir wohl viele FAZ-Leser -- immer mit Gewinn und Neugier gelesen habe, kann man wohl geteilter Meinung sein. Er könne nur unter Zeitdruck arbeiten. Das wird ihm zum Vorwurf gemacht, aber mit dem Zeitdruck ist es wie mit einem Narkotikum gegen die eigene Skepsis.

Hanau (Hessen) BERTYL E. SAHLSTEDT

Die FAZ hat mit diesem Fall gezeigt, wer hinter ihr steckt. Der Leser, der bislang gern das Blatt las und sich in vielem gut beraten und informiert sah, ist skeptisch und mißtrauisch geworden. Er hat das Vertrauen in die Zeitung verloren und schaut aus nach einem objektiv unabhängigen Blatt.

Traurig nur, daß man erleben muß, die Mitarbeiter von Jürgen Tern weiterschreiben zu sehen, ohne zu spüren, daß für sie daraus Konsequenzen zu ziehen wären.

Karlsruhe REINHOLD PFEIFFER

Nicht uninteressant ist es, wie die FAZ schriftlich auf die Kündigung des Abonnements reagiert, die ich nach Jürgen Terns Entlassung vornahm. Die Direktion -- nicht die Herausgeber, an die ich gegen die würdelose Form der Entlassung protestierend geschrieben hatte -- tut nämlich so als habe nicht sie, sondern Jürgen Tern die Meinungsfreiheit verletzt: »Es bestand die Gefahr, daß die Meinungsfreiheit innerhalb der Redaktion erheblich beeinträchtigt wurde. Dem entgegenzuwirken war die Pflicht der Herausgeber und der Geschäftsführung. Sie hat deshalb im höherwertigen Interesse der Zeitung die sachlich notwendige Lösung des Vertragsverhältnisses vornehmen müssen. Wir sind davon überzeugt, daß nur so völlige Unabhängigkeit der FAZ gesichert werden kann.«

Rodenkirchen (Nrdrh.-Westf.) RUDOLF JÜRGEN BARTSCH

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