Thomas Goppel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 116 / 117

Thomas Goppel

• aus DER SPIEGEL 48/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Thomas Goppel , 55, CSU-Generalsekretär, verschreckte mit einem rhetorischen Exkurs in die Fortpflanzungslehre sogar Parteifreunde. Bei einer Veranstaltung des CSU-Ortsverbandes Aschheim ereiferte sich der wortgewaltige General unter anderem über den rot-grünen »Kulturkampf« in der Familienpolitik. Bei diesem Reizthema landete der Christsoziale nach wenigen Sätzen bei der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft im Allgemeinen und bei Berlins homosexuellem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Besonderen. Seit zwei Jahrtausenden europäischer Geschichte, so Goppel vor 30 amüsierten Zuhörern, verstehe man die Familie als Vater, Mutter und Kind. »Jetzt kommt eine Regierung, die sagt, wir nennen alles Familie, wo Kinder drin sind«, klagte der Generalsekretär. Und weiter: »Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen und keinen Erfolg haben«, würden von der Regierung auf eine Stufe gestellt wie Vater und Mutter, die ein ganzes Leben lang zusammen seien. SPD und Grüne in Bayern forderten wegen der Beleidigung von Minderheiten Goppels Rücktritt. Führenden CSU-Politikern war die Sache eher peinlich. Man hätte, hieß es in der Landtagsfraktion, Kritik an der Homo-Ehe sachlicher formulieren können.

Zur Ausgabe
Artikel 116 / 117

Mehr lesen über