JÜDISCHE GEMEINDEN Thora im Theater
Die Stadt Neuss startet eine in Deutschland bislang einmalige Initiative zum Aufbau einer neuen jüdischen Gemeinde. Schon bald sollen nach dem Willen von Bürgermeister Herbert Napp (CDU) Rabbiner und Thorarollen ins alte Landestheater einziehen, das dann den bisher von der Düsseldorfer Synagoge mitbetreuten gut 200 Neusser Juden als Gemeindezentrum dienen soll. Um die von allen Parteien gewünschte neue Gemeinde lebensfähig zu machen, müssen zunächst noch einmal so viele Mitglieder gewonnen werden, die die Stadt unter jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion zu finden hofft. Napp sieht in dem Plan »keine Wiedergutmachung, sondern eine Reparatur des bürgerlichen Lebens«. Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, ist die Neusser Initiative ein »ermutigendes Zeichen«.