Thyssen-Deal kommt vor Gericht - DER SPIEGEL
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GIFTMÜLL Thyssen-Deal kommt vor Gericht

• aus DER SPIEGEL 18/2000
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Neues Ungemach droht dem wegen des CDU-Spendenskandals und der Leuna-Affäre ins Gerede gekommenen Düsseldorfer Thyssen-Konzern. Fast vier Jahre nach Anklageerhebung müssen sich voraussichtlich noch in diesem Jahr sechs damals verantwortliche Manager der Duisburger Konzerntochter Thyssen Sonnenberg (TOS) wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung und Betrugs vor Gericht verantworten. Dies entschied das Frankfurter Oberlandesgericht auf Grund einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft.

Anders als das Landgericht, das im Sommer vergangenen Jahres nur einen kleinen Teil der umfangreichen Anklage zugelassen hatte, halten die OLG-Richter das Ermittlungsergebnis der hessischen Fahnder für schwer wiegend. Den TOS-Managern wird vorgeworfen, fast 140 000 Tonnen Schredderabfälle mit hoch giftigen Sonderabfällen vermischt und, als Wirtschaftsgut getarnt, auf französische Deponien gekarrt zu haben. So sollten laut Staatsanwaltschaft hohe Entsorgungskosten in Deutschland gespart werden.

Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen. Neben dem Imageschaden müsste der Konzern auch mit finanziellen Konsequenzen rechnen. Sollten die TOS-Mitarbeiter verurteilt werden, hätte das Unternehmen das Ersparte an die Staatskasse abzuführen - nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft rund 40 Millionen Mark.

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