Ticket nach Washington - DER SPIEGEL
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NAHOST Ticket nach Washington

• aus DER SPIEGEL 18/2001
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Angesichts der anhaltenden Konfrontation im Nahen Osten rücken die USA immer weiter von ihrer bisherigen Zurückhaltung ab und schlüpfen wieder in die Vermittlerrolle zwischen Israelis und Palästinensern. »Präsident Bush und ich sind voll engagiert, um den Frieden voranzubringen«, erklärte US-Außenminister Colin Powell vergangene Woche. Sein Amt hatte er vor drei Monaten noch in der Haltung angetreten, beide Seiten müssten »selbst Frieden schließen«. Auch George W. Bush tat zunächst alles, um sich vom Friedens-Engagement seines Vorgängers Bill Clinton abzugrenzen. Doch bereits vorige Woche brachten die USA die Sicherheitschefs der Israelis und Palästinenser wieder an einen Tisch. Eines der Treffen fand sogar im Haus des US-Botschafters Martin Indyk bei Tel Aviv statt. Auch die CIA ist wieder intensiv an Kontakten beteiligt. »Nur die USA haben die Macht, wirksamen Druck auszuüben«, meint der Jerusalemer Politologe Abraham Diskin.

Beim Besuch von Außenminister Schimon Peres diese Woche in Washington sollen konkrete Schritte beraten werden, um einen Neustart der Verhandlungen zu ermöglichen - Ägypten und Jordanien haben dazu bereits einen Plan vorgelegt. Bush beharrt bisher ebenso wie Israels Premier Ariel Scharon zuvor auf einem Ende der Gewalt. Doch US-Außenminister Powell sprach bereits deutlich flexibler davon, die Gewalt müsse sich »in die andere Richtung entwickeln«. US-Diplomaten zufolge ist Palästinenserchef Jassir Arafat inzwischen interessiert, Terrorakte und Mörserangriffe gegen Israel einzudämmen: »Er weiß, dass dies der Preis für ein Ticket nach Washington ist, wo er in letzter Zeit nicht willkommen war.« Nach dem Blitz-Einmarsch der israelischen Armee in palästinensische Teile des Gaza-Streifens hatten die USA allerdings auch ihren Partner Israel ungewöhnlich scharf kritisiert.

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