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Grill, Mandela 1995 in Kapstadt
Foto: Andrew LouwrensMitunter kommt es vor, dass Journalisten Politikern begegnen, die sie tief und nachhaltig beeindrucken: als Gesprächspartner - und als Mensch. Für Bartholomäus Grill, der Anfang 1993 als Korrespondent nach Johannesburg ging, um über den Umbruch in Südafrika zu berichten, war Nelson Mandela ein solcher Politiker. In den Wendejahren, als das Unrechtsregime der Apartheid unterging und die Demokratie geboren wurde, hat Grill den am vergangenen Donnerstag verstorbenen Mandela gleich mehrmals getroffen: bei dessen Auftritten als Friedensstifter in gewaltgeplagten Townships, im Wahlkampf, im Parlament; bei Mandelas Geburtstagsparty. Höhepunkt war ein Interview mit Mandela, das Grill im September 1995 in Genadendal, Mandelas Residenz in Kapstadt, führte, damals noch für die Wochenzeitung »Die Zeit«. Mandela wollte gleich zu Beginn wissen, wie alt denn Adenauer gewesen sei, als er Kanzler wurde; es gab Skeptiker, die der Meinung waren, der damals 77-Jährige sei zu alt für das Amt des Staatspräsidenten. Er kenne niemanden, der dem Charme Mandelas nicht erlegen wäre, sagt Grill. »So einem Menschen zu begegnen ist ein großes Geschenk, das größte, das ich als Korrespondent erhalten habe« (zum Artikel ).
Weil sie nicht wusste, was sie bei der Bundestagswahl wählen sollte, befragte SPIEGEL-Redakteurin Barbara Hardinghaus im September den Wahl-O-Mat, eine Internet-Entscheidungshilfe für Unschlüssige. Eindeutige Antwort: die FDP. Hardinghaus dachte an das Führungspersonal der FDP und beschloss, das Ergebnis zu ignorieren. Offenbar ging es anderen ähnlich, denn nach 64 Jahren flog die FDP erstmals aus dem Bundestag. Für den Wahltag hatte Hardinghaus sich mit dem bildungspolitischen Sprecher der FDP, Patrick Meinhardt, verabredet, sie wollte wissen, wie ein Leben aussieht, das nur aus Politik besteht. Das Wahlergebnis machte die geplante Recherche noch interessanter: Wie verkraften Politiker eine solche Niederlage? Hardinghaus hatte Glück. Meinhardt gab ihr die Gelegenheit, ihn in den folgenden Wochen zu begleiten, auch bei der Rückkehr in die badische Provinz. Sie erlebte einen leidenschaftlichen Politiker, der sich an ein Leben mit wenig Schlaf gewöhnt hatte, der beinahe täglich zwischen Baden-Württemberg und Berlin pendelte, der viele Ämter innehatte, der aber am Ende vor allem eines blieb: Berufspolitiker (zum Artikel ).
Das Römische Reich erstreckte sich in seiner Blütezeit vom heutigen Irak bis zur schottischen Grenze, die alten Römer kannten bereits die Bratwurst, die Fußbodenheizung und die Dusche. »Dein SPIEGEL«, das Nachrichten-Magazin für Kinder, beschreibt in der Titelgeschichte den Glanz und die Macht des antiken Reiches - aber auch seinen Niedergang und das Leben der ganz normalen Bürger. Weiteres Thema im Heft: Wer plant Sendungen wie »Supertalent« oder »DSDS« - und weshalb machen die Leute, die dort gewinnen, fast nie Karriere? »Dein SPIEGEL« erscheint an diesem Dienstag.