Titel - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Titel

• aus DER SPIEGEL 14/1983
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Datum: 4. April 1983 Betr.: Titel, Leinemann

Bei 64 Grad nördlicher Breite, auf halbem Weg zwischen Neufundland und Grönland, blieb SPIEGEL-Reporter Erich Wiedemann erst mal stecken. Ein Schneesturm verhinderte den Weiterflug von Frobisher Bay, Baffininsel. Auf einem 12 000-Kilometer-Umweg via Kopenhagen, per Jet, Hubschrauber und Hundeschlitten, kam er dann doch ans Ziel: Nahe beim US-Luftstützpunkt Thule konnte er, nach dem kanadischen Schlachtfeld, die zweite, die Grönland-Front erkunden.

Wiedemann suchte und fand Augenschein wie Durchblick in einem Konflikt, der ihn in einer Hinsicht an den absurden Falklandkrieg erinnert: »Der Aufwand scheint in krassem Mißverhältnis zur Sache zu stehen« - es geht um die große Robben-Schlacht.

Bewehrt mit einem Thermo-Anzug, wie ihn Kühlhausarbeiter tragen, hielt der SPIEGEL-Mann Frösten von minus 50 Grad stand. Ein weiterer Schneesturm schloß ihn zwei Tage bei »combat-food«-Rationen in der US-Basis Thule ein. Wiedemann sammelte die Argumente von kanadischen und grönländischen Robbenjägern, von Kritikern der Jagd und Kritikern der Jagd-Kritiker. Das Resultat der Ermittlungen, SPIEGEL-Titel dieser Woche (Seite 140), ist kaum geeignet, schöne Gefühle zu streicheln. Robbenmütter, so zeigt sich bei näherem Hinsehen beispielsweise, sind Rabenmütter. Und überhaupt geht es bei der Robbenjagd zumeist nicht weniger human zu als bei den meisten anderen Tierjagden.

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