Hausmitteilung Titel / Lauda / Lula da Silva / SPIEGEL GESCHICHTE
Ein politisches Beben geht durch Europa, seit Spiegel und »Süddeutsche Zeitung« Videoaufnahmen veröffentlicht haben, die Österreichs FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seinen Vertrauten Johann Gudenus auf Ibiza beim Kungeln mit einer vermeintlichen russischen Investorin zeigen. Erst kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Koalition mit den Rechtspopulisten auf. Dann erreichten die Schockwellen des Skandals Nationalisten in ganz Europa. Ein Team des Spiegel hat die Folgen der Ibiza-Affäre recherchiert und stellt die grundsätzliche Frage, ob Populisten für die Macht taugen. Die Autoren Susanne Beyer und Volker Weidermann sprachen mit dem Schriftsteller Daniel Kehlmann, der das Zerbrechen der Kurz-Regierung herbeigesehnt hatte. Korrespondent Walter Mayr recherchierte in Wien. »Für Kurz liegt in der Krise auch eine Chance«, sagt Mayr. Ohne die Querschüsse der FPÖ könne er seine Machtbasis künftig vermutlich noch ausbauen. zum Artikel
Kennengelernt haben sich Niki Lauda und SPIEGEL-Autor Marc Hujer im Januar 2014 bei der Verleihung der Golden Globes in Beverly Hills. Vier Jahre später, im März 2018, trafen sie sich wieder, weil Hujer ein Porträt des Unternehmers Lauda schreiben wollte. Der ehemalige Rennfahrer hatte kurz zuvor aus Teilen der Insolvenzmasse der Air Berlin die Fluglinie Laudamotion geformt. Das letzte Mal sahen sich die beiden beim Großen Preis von Monaco vor einem Jahr, wo Lauda versprach, Hujer auf einem Flug mitzunehmen – mit ihm, Lauda, als Piloten. Doch dazu kam es nicht mehr. Kurz darauf erkrankte Niki Lauda schwer. Am 20. Mai starb er in Zürich. »Er hasste es, Zeit zu verschwenden«, erinnert sich Hujer, »in zwei Minuten konnte man bei ihm mehr erreichen als in zwanzig.« zum Artikel
Es ist nicht einfach, ehemalige Staatspräsidenten zu treffen, schon gar nicht, wenn sie inhaftiert sind. Luiz Inácio Lula da Silva regierte Brasilien acht Jahre lang, von 2003 bis 2011. Seit gut einem Jahr lebt er hinter Gittern, verurteilt wegen Korruption und Geldwäsche. Wollen Journalisten mit ihm sprechen, müssen sie das Oberste Bundesgericht Brasiliens um Erlaubnis bitten. Spiegel-Korrespondent Jens Glüsing hat das getan, vor einem halben Jahr schon, aber das Treffen wurde ihm immer wieder verweigert. In dem Land, das seit der Wahl des Populisten Jair Bolsonaro tiefer denn je gespalten ist, sollte Lula keine Bühne geboten werden. Vor Kurzem konnte Glüsing Lula dann doch im Gefängnis im südbrasilianischen Curitiba besuchen. War der Redakteur zuvor ein Opfer der politischen Spaltung Brasiliens geworden, profitierte er nun davon. Ein politischer Konflikt innerhalb des Obersten Bundesgerichts hatte dafür gesorgt, dass der Gerichtspräsident das Treffen möglich machte. zum Artikel
Strand, Kultur und Dolce Vita, aber auch Mafia, Korruption und Berlusconi – das Verhältnis der Deutschen zu Italien schwankt zwischen Sehnsucht und Verachtung. Wie kommt es zur bipolaren Beziehung zum Mittelmeerland? Die Italienexperten des Spiegel zogen aus in »das Land, wo die Zitronen blühn« (Goethe). Sie berichten von antikem Bombast und grausamen Kriegen, von faschistischer Verführung und adligen Kavalieren, von Eis und Schlager. Spiegel Geschichte »Unser Italien!« erscheint am Dienstag.