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Hausmitteilung Titel

• aus DER SPIEGEL 28/2010
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Die Schulmedizin wird von vielen äußerst kritisch bewertet, die Homöopathie als gesunde Alternative glorifiziert. Zu Recht? SPIEGEL-Redakteur Markus Grill, 42, Vater zweier Söhne, hatte im Freundeskreis schon oft den Ratschlag bekommen: Leiden die Kinder unter irgendeinem Wehwehchen, helfen kleine homöopathische Kugeln, die Globuli. Grill ließ sich in Karlsruhe von Herstellungsleiter Harald Orth, 41, in den Gebäuden der Deutschen Homöopa-thischen Union zeigen, wie die Wunderpillen produziert werden. Je länger sich Grill und seine Kollegin Veronika Hackenbroch, 40, jedoch mit der vermeintlichen Wundermedizin beschäftigten, desto größer wurde ihre Skepsis. Sie fanden weltweit keine überzeugenden Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Zuckerkügelchen. Was wahrscheinlich hilft, fanden die SPIEGEL-Redakteure heraus, ist die Zeit, die sich Alternativtherapeuten nehmen: Homöopathen widmen sich ihrer Klientel für teures Geld zumeist mehr als eine Stunde, Schulmediziner oft nur ein paar Minuten. »Die Homöopathie ist die Antwort auf die Fehler der Schulmedizin«, sagt Grill. Die Globuli aber seien »Hokuspokus, allenfalls nützt der Glaube an sie«. Hackenbroch hält es sogar für »gefährlich«, bei ernsthaften Erkrankungen auf die Homöopathie zu vertrauen, »wenn es eine wirkungsvolle schulmedizinische Behandlung gibt« (Seite 58).

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