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Hausmitteilung Titel / Telefonbetrug / Roma-Mädchen

• aus DER SPIEGEL 44/2013
Redakteure Stark, Rosenbach
Redakteure Stark, Rosenbach

Redakteure Stark, Rosenbach

Foto: CARSTEN KOALL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Schon als die SPIEGEL-Redakteure Marcel Rosenbach und Holger Stark im Juli das erste Mal für eine Titelgeschichte über die Aktivitäten der NSA in Deutschland recherchierten, stießen sie auf den Hinweis, das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin werde überwacht. Vor einigen Wochen verdichteten sich die Anzeichen: Ein Auszug aus der NSA-internen Datenbank zur Erfassung von Zielen, enthält die Handynummer der Kanzlerin sowie ihren Namen. Der Eintrag wurde demnach bereits 2002 angelegt. Bedeutet das, dass die NSA tatsächlich die deutsche Regierungschefin überwacht? Und sie sogar schon überwacht hat, als sie lediglich CDU-Parteivorsitzende war? Der SPIEGEL versuchte zunächst, diese Information auf verschiedenen Wegen zu verifizieren; schließlich entschied er sich, Merkel selbst um eine Stellungnahme zu bitten. Am Donnerstag vorvergangener Woche übergaben die SPIEGEL-Redakteure Nikolaus Blome und Jörg Schindler den Dateiauszug dem Sprecher der Kanzlerin, Steffen Seibert. Der leitete eine Prüfung ein, die Bundesregierung bat die US-Regierung um eine Erklärung - mit bemerkenswertem Ergebnis: Am Mittwoch rief die Kanzlerin Präsident Barack Obama an. Der dementierte nicht, jedenfalls nicht für die Vergangenheit. Seither macht die SPIEGEL-Recherche weltweit Schlagzeilen (zum Artikel ).

Während der Finanzkrise haben ältere Sparer, von Bankern verächtlich »A&D-Kunden« genannt, viel Geld verloren; wer »alt« und »doof« ist, so das Kalkül, ist empfänglich für Einflüsterungen. Mittlerweile, das hat SPIEGEL-Redakteurin Özlem Gezer recherchiert, droht Gefahr fürs Ersparte sogar aus Istanbul. Von hier aus versuchen Geschäftemacher, Anlegern mit dubiosen Börsentipps ihr Geld abzunehmen. Bei ihren monatelangen Recherchen lernte Gezer den Textilarbeiter Yaman Kar kennen, der sich am Telefon gern als New Yorker Broker ausgibt. Die Telefonate der vergangenen Jahre, für »Schulungszwecke« mitgeschnitten, spielte er Gezer vor. Sie saß neben ihm, an manchen Tagen acht Stunden lang, wenn er seine Opfer anrief; Männer wie beispielsweise Erwin Gut, einen pensionierten Oberstudiendirektor aus Westfalen. Gut ist bis heute davon überzeugt, dass seine Tippgeber sich aus Zürich, London oder New York melden. In der Kartei, die Kar angelegt hat, ist Gut in die Rubrik »Depp« einsortiert (zum Artikel ).

Als »blondes Roma-Mädchen« bewegte die kleine Maria in der vergangenen Woche Europa: Dass das Kind ausgerechnet in einer Roma-Siedlung im griechischen Farsala gefunden worden war, schien alte Vorurteile zu bestätigen, die Polizei vermutete Menschenraub. SPIEGEL-Korrespondentin Julia Amalia Heyer machte sich daraufhin auf den Weg nach Farsala. Die »Siedlung« war kein Lager, wie behauptet, sondern ein Dörfchen, die Häuser waren sauber, Heyer traf herzliche, verletzte Menschen, die nach der Berichterstattung niemandem mehr trauen. Marias Spur führte schließlich nach Bulgarien, wo SPIEGEL-Mitarbeiter Vesselin Dimitrov die Eltern des Mädchens aufspürte. »In dieser Geschichte«, sagt Heyer, »gibt es nur Verlierer« (zum Artikel ).

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