Hausmitteilung Titel / Lausitz / Psychotherapie
Schrader, Großekathöfer, Polonyi auf Mallorca
Foto: Emanuel Herm/ DER SPIEGELMallorca ist die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen, eine perfekte Tourismusmaschine mit Millionen Besuchern im Jahr und bis zu 90 Prozent Bettenauslastung – normalerweise. In diesem Sommer aber ist alles anders. Die Klubs am Ballermann haben geschlossen, die Strände sind deutlich leerer, viele Restaurants auch. Mallorca ist plötzlich eine Oase der Ruhe. Für manche ist das ein lang erhoffter Traum, für viele ein Albtraum. Maik Großekathöfer, Juan Moreno, Max Polonyi und Hannes Schrader reisten über eine Insel, die kaum wiederzuerkennen ist, zu Hotelmanagern, die die Saison schon jetzt abgeschrieben haben; zu Partysängern, die sonst in überfüllten Diskotheken wie dem Bierkönig auftreten. Sie trafen Urlauber, die sich über die Ruhe freuen, und Experten, die meinen, die Insel dürfe sich nicht länger vom Massentourismus abhängig machen. Auch unterwegs auf der Insel war Peter Wackel, der eigentlich Steffen Peter Haas heißt und seit 20 Jahren auf Mallorca Stimmung macht, mit Liedern wie »Kenn nicht deinen Namen ... Besoffen« oder »Woochenende«. Wackel fuhr Schrader in einem Smart über die Insel, zuvor wollte er allerdings noch ein kurzes Video aufnehmen. Er sagte Schrader, er würde jetzt »I love Malle« singen, und Schrader solle neben ihm mit dem Arm wackeln. Peter Wackel sang, Schrader wedelte gehorsam mit dem Arm. Mallorca kann im Moment jedes bisschen Hilfe gut gebrauchen. zum Artikel
Im Osten der Republik, im Braunkohlerevier der Lausitz, vollzieht sich derzeit etwas, was Soziologen als zukunftsträchtiges Experiment, die Betroffenen jedoch eher als Zumutung verstehen: der Umbau einer ganzen Region – unter Beteiligung der Lausitzerinnen und Lausitzer. Und die sollen nicht nur Teil der Reformen sein, sondern sie auch mitgestalten. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, es gibt die Hoffnung, dass Bürger sich wieder mit dem Staat versöhnen, aber im Moment sieht es nicht gut aus. Alexander Smoltczyk und Fotograf Maurice Weiss sind in die Lausitz gefahren, »um zu verstehen, warum es nicht ausreicht, eine Region mit Geld und gutem Willen zu fluten, wenn man sie wieder auf die Beine bekommen will«. Geplant als Reise in eine strukturschwache Region, war es eine Reise an die Grenzen von Politik. zum Artikel
Wer schon einmal versucht hat, zur Behandlung bei einem ambulanten Psychotherapeuten unterzukommen, weiß, wie mühsam, langwierig und manchmal auch erfolglos das sein kann. Häufig dauert es Monate, bis eine reguläre Therapie beginnt. Eine neue Studie zeigt nun, wie problematisch die Suche für Menschen mit einer schweren Depression werden kann, die nach einem Klinikaufenthalt ambulant weiterbehandelt werden müssten: Nur acht Prozent dieser Männer und Frauen erhalten eine angemessene Therapie. Katja Thimm hat mit Ärzten sowie Patienten gesprochen und recherchiert, warum Menschen, die an einer Depression leiden, in Deutschland in vielen Fällen nur unzureichend geholfen wird. zum Artikel