Hausmitteilung Titel / Autoindustrie / SPIEGEL Geschichte
Pflegenotstand ist ein Begriff aus den Sechzigerjahren, aber er lässt sich noch immer auf die heutigen Verhältnisse in der deutschen Altenpflege anwenden. Während in diesem Winter die Sondierer aller Parteien wolkig über Digitalisierung und Europa diskutierten, lag die Versorgung bedürftiger alter Menschen millionenfach weiter im Argen. Ob von eigenen Angehörigen betreut, ob in Heimen untergebracht – es steht nicht sonderlich gut um die Gepflegten und die Pflege. Die Familien überfordert, die Heime unterfinanziert, gerät das deutsche System der Betreuung Bedürftiger an seine Grenzen; welche Folgen dieser Zustand für Pflegekräfte, Gepflegte und für Familien hat, erkundeten Ullrich Fichtner, Alexander Jung und Cornelia Schmergal für den Titelkomplex. Fichtner begleitete zusammen mit dem Fotografen Sven Döring Tag- und Nachtschichten in einem Altenheim im fränkischen Hof, befragte deutschlandweit Experten; Jung und Schmergal besuchten Familien und trafen Menschen, die ihr eigenes Leben zurückstellen, um für ihren Vater oder ihre Mutter da zu sein – mit unabsehbaren Folgen für ihren Job, ihre eigenen Beziehungen, ihre Altersversorgung. zum Artikel
Das Bild, das Dietmar Hawranek und Frank Dohmen lange Zeit von der deutschen Automobilindustrie hatten, änderte sich bereits, als sie für die SPIEGEL-Titelgeschichte »Das Kartell« recherchierten, die sie vor sechs Monaten veröffentlichten. Bis zu diesem Moment wirkte die Erzählung der Autobosse glaubwürdig, dass harte Konkurrenz der deutschen Hersteller untereinander eines der Erfolgsgeheimnisse von Daimler, VW, Audi, Porsche und BMW sei. Doch dann stießen die beiden auf mehr als 60 Arbeitskreise, in denen sich die Firmen eng über Technik, Abgasreinigung und das Verhalten gegenüber den Umweltbehörden abstimmten. Jetzt haben Dohmen und Hawranek weitere Belege für dieses Verhalten gefunden. Seit den Neunzigerjahren stimmten sich Autohersteller und einige Zulieferer auch über die Einkaufspreise für Stahl ab. Vom Bundeskartellamt erwirkte Durchsuchungsbeschlüsse, interne Mails und Protokolle vieler Sitzungen geben Einblick in eine Welt, in der Wettbewerb gern mal ausgeschaltet wird. zum Artikel
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nach dem Sieg der Alliierten über die Nationalsozialisten wurde Deutschland neu erfunden. Die Besatzungsmächte und die Deutschen mussten entscheiden, wie das zerstörte Land wiederaufgebaut wird, mit welchen Werten, welcher politischen Ordnung. Die neue Ausgabe von SPIEGEL Geschichte »Die Nachkriegszeit« zeichnet die ersten Jahre bis zur Bildung der beiden deutschen Staaten nach, von 1945 bis 1949. Die Autorinnen und Autoren berichten unter anderem vom Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, von der Stimmung in den zerstörten Städten. Entscheidend zum Heft beigetragen haben die Berichte, Fotos, Erinnerungen von rund 500 Zeitzeugen, die sich nach einem Aufruf im Ressort »einestages« von SPIEGEL ONLINE gemeldet haben. Das Heft erscheint am Dienstag.