Hausmitteilung Titel
Monroe (1962)
Foto: Bert SternIhr früher Tod im August 1962, im Alter von nur 36 Jahren, ließ Marilyn Monroe unsterblich werden. Der Mythos, der dann um sie entstand, nährte sich aus simplen Projektionen: Ein Sexobjekt der Männer sei sie, ein bisschen naiv dazu. Es ist an der Zeit, dieses Bild zu korrigieren. Die SPIEGEL-Redakteure Susanne Beyer, 41, und Lothar Gorris, 50, hatten als erste deutsche Journalisten Gelegenheit, bisher unveröffentlichte Briefe, Gedichte und Notizen Marilyn Monroes auszuwerten. Ihr Fazit: Die Monroe taugt nicht als eine Art Gegenentwurf zur Emanzipation, sie war eine nachdenkliche, recht moderne Frau. Beyer traf in New York Anna Strasberg, 71, die Erbin des Nachlasses, und sprach mit Zeitzeugen. Kurz vor ihrem Tod hatte sich die Schauspielerin drei Tage lang fotografieren lassen, zumeist war sie nackt und betrunken. Bilder, die ihr missfielen, strich sie hernach mit Nagellack durch. Den Ausschnitt eines dieser Fotos druckt der SPIEGEL als Titelbild (Seite 168).