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Hausmitteilung Titel / Samenbank-Prozess / Guttenberg

• aus DER SPIEGEL 16/2015
Leangky (l.), Zand (2. v. r.) in Phnom Penh
Leangky (l.), Zand (2. v. r.) in Phnom Penh

Leangky (l.), Zand (2. v. r.) in Phnom Penh

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Erst kommt das T-Shirt, dann die Moral. Dieser Shoppinggrundsatz westlicher Konsumenten schien nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch vor zwei Jahren, bei dem über tausend Menschen zu Tode kamen, erschüttert. Nun endlich, auf der Basis des schlechten Gewissens, sollte Ernst gemacht werden mit Fair Trade und Nachhaltigkeit. Doch SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand musste in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh feststellen, dass sich die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern von H&M, Kik und Konsorten kaum verbessert haben. Er lernte die Näherin Keal Leangky kennen, die unlängst, im zweiten Monat schwanger, entlassen wurde, weil sie während der Arbeitszeit eine Mango verspeist hatte. Mehr als 200 Kollegen und Kolleginnen solidarisierten sich mit ihr, alle wurden vor die Tür gesetzt. »Mit ethischen Kaufentscheidungen könnten Verbraucher die Welt verändern«, sagt Markus Brauck, der gemeinsam mit Zand sowie Simone Salden und Dietmar Hawranek die Titelgeschichte recherchierte, »aber sie zeigen bisher kein allzu großes Interesse daran.« zum Artikel 

Jennifer Cramblett und Amanda Zinkon, ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch aus Ohio, hatten bei einer Samenbank aus Chicago Sperma eines großen, blonden, weißen Mannes bestellt. Geliefert wurde ihnen jedoch der Samen eines Schwarzen, ein Versehen. Zwei Jahre nach der Geburt ihrer dunkelhäutigen Tochter Payton verklagte das Paar die Samenbank, unter anderem wegen des angeblichen Straftatbestands der »unrechtmäßigen Geburt«. Nun stand das Versehen vor SPIEGEL-Reporter Markus Feldenkirchen und fragte: »Hast du Eiscreme?« Natürlich sei das Mädchen hinreißend, so finden auch seine Mütter, »aber das heißt ja nicht, dass diese Leute keinen furchtbaren Fehler gemacht haben«, sagte Cramblett. Ihre Klage auf Schadensersatz fällt in eine Zeit, da in den USA nach den zahlreichen Tötungen schwarzer Männer durch weiße Polizisten tatsächlich darauf hingewiesen werden muss, dass das Leben von Schwarzen gleich viel wert ist wie dasjenige von Weißen. zum Artikel 

Er wolle nichts mehr über sich in der Zeitung lesen, sagte Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemals Verteidigungsminister, als ihn SPIEGEL-Autor Marc Hujer um Auskunft zu seinem neuen Leben in Amerika bat. Keine Interviews, keine Fotos, es werde sowieso alles falsch interpretiert. Hujer machte sich dennoch auf Spurensuche, sprach mit Freunden, beobachtete den Expolitiker bei öffentlichen Auftritten, reiste ins Silicon Valley, wo Guttenbergs neue Geschäftspartner sitzen. So eröffneten sich Einblicke in ein Leben auf der Flucht vor der Vergangenheit. Wie groß die Angst dieses Mannes vor den Schatten der Plagiatsaffäre von 2011 ist, erlebte Hujer, als er ihm im Berliner Hotel Adlon begegnete. Guttenberg war verärgert, weil er die Zimmerkarte verlegt hatte und sich vor der Rezeption anstellen musste, um Ersatz zu erhalten. Hujer gab ihm den Rat, beim nächsten Check-in zwei Karten zu verlangen. »Geht bei mir nicht«, erklärte Guttenberg, »sonst denken alle, ich hole mir 'ne Perle aufs Zimmer.« zum Artikel 

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