Hausmitteilung Titel / Cannes / Fußball-EM
Bergman, Stark im U-Boot in Haifa
Foto: ZIV KOREN / POLARISHat Israel jene U-Boote mit Nuklearwaffen bestückt, die in Kiel gebaut und aus dem Bundeshaushalt mitfinanziert wurden? Hat die deutsche Regierung gewusst, dass sie damit die atomare Aufrüstung Israels unterstützt? Diesen Fragen ging ein SPIEGEL-Team um Holger Stark, 42, und Mitarbeiter Ronen Bergman, 39, über Monate nach. Die Recherchen belegen, dass die israelische Marine die Boote als Abschussrampen für Atomwaffen nutzen kann. Und hochrangige deutsche Regierungsmitarbeiter offenbarten, ihnen sei klar gewesen, wozu die Boote taugen. Stark war überrascht, dass israelische Militärs ihm als erstem ausländischen Reporter den Zutritt zu einem der Boote gewährten. Die Marinesoldaten gestatteten Bergman und ihm einen Blick durch das Periskop und auf Navigationspapiere - aber nicht auf die Decks 2 und 3, wo Torpedos und Marschflugkörper lagern. Als Stark einen Offizier nach nuklearen Gefechtsköpfen an Bord fragte, sagte der nur: »Wenn ich diese Frage beantworte, komme ich in den Gulag« (zum Artikel ).
Es ist die Wiederkehr des immer Gleichen: Stars laufen mit perfektem Lächeln über den roten Teppich, und am Ende der Festspiele gibt es die Goldene Palme für den angeblich besten Film. Im Verborgenen, in den Katakomben des Festspielhauses, erlebte SPIEGEL-Reporter Alexander Smoltczyk, 53, ein anderes Cannes - den Marché du Film, den »Maschinenraum der Kinowelt«, wie Smoltczyk die Messe nennt. Er begleitete Martin Moszkowicz, 54, Vorstand der Constantin Film AG, durch eine Welt der Rechtehändler, Produzenten und Verleiher, die nicht weniger besessen und durchtrieben sind als die Bösewichte ihrer Filme; »großes Kino«, sagt Smoltczyk (zum Artikel ).
Die deutsche Nationalmannschaft gilt wegen ihrer talentierten Offensivspieler als einer der Favoriten der Fußball-Europameisterschaft - doch in der Verteidigung offenbarte sie zuletzt Schwächen. »Die Defensive ist die Problemzone«, sagt SPIEGEL-Redakteur Jörg Kramer, 50, der mit den Kollegen Dirk Kurbjuweit, 49, und Maik Großekathöfer, 40, aus Polen und der Ukraine berichten wird. Kramer porträtiert in diesem Heft die Innenverteidiger Holger Badstuber und Mats Hummels. Schon beim Spiel am Samstag gegen Portugal erwartet die deutsche Defensive schwere Arbeit: Ihr steht Stürmerstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid gegenüber. »Ronaldo will sich bei der EM zum Weltfußballer des Jahres küren«, sagt SPIEGEL-Autor Cordt Schnibben, 59, der die Rekordjagd beschreibt, die sich Ronaldo und Lionel Messi, sein Rivale vom FC Barcelona, in den spanischen und europäischen Clubwettbewerben liefern (zum Artikel ).