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Hausmitteilung Titel / Samenspender / Torero

• aus DER SPIEGEL 15/2012
Kurbjuweit in Haidenkofen
Kurbjuweit in Haidenkofen

Kurbjuweit in Haidenkofen

Foto: Michael Trippel / Der Spiegel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es mag auch an der Deutschtümelei der Nazis liegen: Vom Missbrauch des Heimatbegriffs haben sich die Deutschen bis heute nicht erholt. Wer von Heimatliebe spricht, setzt sich schnell dem Verdacht aus, nicht so recht ins moderne Leben zu passen. Doch als SPIEGEL-Autor Dirk Kurbjuweit, 49, und Fotograf Michael Trippel, 47, durch die Republik reisten, trafen sie auf Menschen, denen Heimat sehr viel bedeutet - wenn auch jeder etwas anderes darunter versteht. Der eine meint Haidenkofen, ein Dorf bei Regensburg, 97 Einwohner; der andere das Internet, das seine Welt geworden ist. Kurbjuweit ist in Berlin aufgewachsen und lebt auch heute dort. »Die intensivsten Heimatgefühle hatte ich bis vor kurzem in einem Spielwarengeschäft in Reinickendorf«, sagt er, »dort habe ich als Kind Stunden verbracht, mir alles genau angeschaut und eine Menge Dinge mit nach Hause genommen, aber leider nur in Gedanken.« Für ihn sei das Geschäft »ein Ort der Träume und Sehnsüchte«. Nun sei es geschlossen, »aber die Erinnerungen bleiben«. Mit dem Cover dieser Ausgabe will der SPIEGEL jeder Leserin und jedem Leser ein Gefühl von Heimat bieten und jedenfalls ein Bild seiner Region. Erstmals wird das Heft mit dreizehn verschiedenen Titelbildern ausgeliefert; elf Motive für elf Regionen Deutschlands, dazu ein eigenes Titelbild für Österreich und eines für die Schweiz (zum Artikel ).

Video (2:17) Das Deutschlandbild SPIEGEL-Titelbildchef Stefan Kiefer über die lange Suche nach der richtigen Idee für den Heimat-Titel und sein Lieblingsmotiv

Video (2:17) Das Deutschlandbild
SPIEGEL-Titelbildchef Stefan Kiefer über die lange Suche nach der richtigen Idee für den Heimat-Titel und sein Lieblingsmotiv

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Heimat mal dreizehn

Foto: DÖRTHE HAGENGUTH / AGENTUR FOCUS

Als SPIEGEL-Redakteurin Barbara Hardinghaus, 36, von der Freizeitbeschäftigung des Niederländers Ed Houben, 42, erfuhr, war sie gespannt auf die Begegnung mit ihm: Der Mann spendet Samen, er hat schon 82 Kinder. Frauen aus dem In- und Ausland nehmen via Internet mit ihm Kontakt auf und bitten Houben, mit ihnen zu schlafen. Hardinghaus traf in Maastricht, wo Houben als Stadtführer arbeitet, nicht auf einen Beau, sondern auf einen Mann mit Übergewicht und ohne besondere Ausstrahlung. »Die Frauen wollen ihn, weil er kein anonymer Samenspender ist, kein Geld nimmt und die Werte in seinem Spermiogramm sehr gut sind«, sagt die Redakteurin. Sex mit einem Fremden, so Hardinghaus, »sehen sie als reine Notwendigkeit, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen« (zum Artikel ).

Bevor die SPIEGEL-Redakteure Cathrin Gilbert, 27, und Maik Großekathöfer, 40, den Torero Juan José Padilla, 38, in Spanien aufsuchten, diskutierten sie mit ihren Kollegen aus dem Sportressort: Ist das grausame Treiben wirklich eine Sportart? Die Redakteure, die ähnliche Diskussionen über Schach, Poker und die Formel 1 geführt hatten, entschieden sich auch diesmal für den interessanten Stoff - spannender als Definitionsfragen erschien ihnen, wie Padilla die Tierquälerei rechtfertigen würde. Der Torero, dem ein Stier im Oktober das linke Auge ausgestochen hatte, erzählte, dass er sich als »Tänzer« empfinde und seine Arbeit als »Kunst«. Als die Redakteure das mörderische Schauspiel in den Arenen kritisierten, »hatte er es jedoch plötzlich eilig und beendete das Gespräch«, sagt Gilbert (zum Artikel ).

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