Titel - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Titel

• aus DER SPIEGEL 32/2010
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was prägt den Menschen stärker: die Umwelt oder seine Natur? Am Stammtisch wird über diese Frage genauso leidenschaftlich gestritten wie unter Nobelpreisträgern - doch nun könnte das Ende der Debatte nahen, prognostiziert Titelautor Jörg Blech, 43. Denn die rasanten Fortschritte der Molekularbiologie zeigen, dass die Gene keineswegs so dominant sind wie lange angenommen. Sie reagieren auf kleinste Umweltreize und können sogar aus Erfahrungen lernen. Überall im Erbgut haben Forscher molekulare Schalter entdeckt, die wie Scharniere zwischen Innen- und Außenwelt arbeiten. Gefühle, Beziehungen, Nahrungsstoffe, Umweltgifte und der Lebensstil können die Arbeitsweise der Gene somit dauerhaft verändern. Im SPIEGEL-Titel und in seinem an diesem Donnerstag im S. Fischer Verlag erscheinenden Buch »Gene sind kein Schicksal« beschreibt Blech, was die revolutionären Erkenntnisse der Epigenetik für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeuten. »Dem genetischen Determinismus zufolge sind unsere Geschicke biologisch vorbestimmt«, sagt Jörg Blech. »Nun kommt die Forschung zur gegenläufigen Erkenntnis: Der Mensch kann die Gene durch seinen Lebensstil beeinflussen« (Seite 110).

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