Titel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 2 / 86

Hausmitteilung Titel / Pussy Riot / Samsung/Apple

• aus DER SPIEGEL 36/2012
Shafy, Alexander S. in einer Reha-Klinik
Shafy, Alexander S. in einer Reha-Klinik

Shafy, Alexander S. in einer Reha-Klinik

Foto: ARMIN BROSCH / DER SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die radikale Möglichkeit, sagte der Experte, sei eine Magenverkleinerung für all jene Deutsche mit gefährlichem Übergewicht. Die zweite Möglichkeit, die Jens Aberle vom Adipositas-Zentrum Hamburg-Eppendorf SPIEGEL-Redakteurin Samiha Shafy erklärte, sei eine politische Maßnahme: Man müsse ungesundes Essen teurer machen. Aber was ist ungesund? Shafy sprach mit Medizinern wie Aberle, interviewte Betroffene wie Alexander S. - auf der Suche nach der Ursache für Adipositas, Fettleibigkeit, die neue Weltkrankheit. Jetzt haben Forscher einen Verdacht: Nicht Fett, nicht zu wenig Sport seien Ursachen, verantwortlich sei ein Stoff namens C12H22O11 - Zucker. Süchtig machend, überall enthalten: Zucker als Volksdroge. Shafy beschreibt den Kampf gegen ein kleines kristallines Molekül (zum Artikel ).

Man traf sich im Restaurant Tiflis in der Ostoschenka-Straße, auf der ansonsten menschenleeren Terrasse übergab der Anwalt Mark Feigin dem Moskau-Korrespondenten des SPIEGEL, Matthias Schepp, vier DIN-A4-Seiten, eng beschrieben mit blauem Kugelschreiber. Die 26 Fragen hatte der SPIEGEL formuliert, die Antworten kamen von Nadeschda Tolokonnikowa, zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilte Frontfrau von Pussy Riot. Feigin, Anwalt der Gruppe, hatte die Fragen ins Untersuchungsgefängnis Nr. 6 mitgenommen, Tolokonnikowa in ihrer Zelle die Antworten geschrieben. Eine Frage lautete etwa, ob sie nicht verantwortungslos gegenüber ihrem vierjährigen Kind gehandelt habe, als sie den Auftritt inszenierte. Antwort von Tolokonnikowa: »Ich kämpfe dafür, dass meine Tochter in einem freien Land aufwächst« (zum Artikel ).

Es war einer der spektakulärsten Patentprozesse: Apple hatte von Samsung 2,75 Milliarden Dollar gefordert, wochenlang wurde im Saal 5080 des Bezirksgerichts von San José verhandelt. Beide Seiten hatten Scharen hochbezahlter Juristen aufgestellt. SPIEGEL-Korrespondent Ullrich Fichtner, der mit Alexander Jung, Marcel Rosenbach und Thomas Schulz die Hintergründe beschreibt, war Zeuge, wie die Anwälte die spröde Materie für die Geschworenen in Geschichten verwandelten - in Märchen. »Am Ende siegte Apple, deren Geschichte war offenbar besser«, sagt Fichtner. Samsung hat inzwischen noch ein anderes Problem. Die Firma muss sich mit einer neuen Studie auseinandersetzen, die die Zustände in chinesischen Samsung-Fabriken beschreibt. Von »gefährlichen Bedingungen« und »Kinderarbeit«, so SPIEGEL-Redakteur Hilmar Schmundt, ist die Rede. Die Studie wird erst Mitte dieser Woche veröffentlicht, lag der Redaktion aber schon vor (zum Artikel ).

Zur Ausgabe
Artikel 2 / 86

Verwandte Artikel