Hausmitteilung Titel
Datum: 24. Januar 1983 Betr.: Titel, Serie
»Mein Mandant war ... auch Lobbyist, wenn man unter Lobby richtigerweise das systematische Bemühen u. a. von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden versteht, mit der Exekutive und Legislative in nutzbringender Verbindung zu bleiben« - Zitat aus der Verteidigungsschrift für Eberhard v. Brauchitsch, bis vor kurzem Flick-Generalbevollmächtigter, nach wie vor Zentralfigur der Flick-Parteispendenaffäre.
Die Affäre, in der Staatsanwälte wegen des Verdachts der »Vorteilsannahme« ermitteln, unter anderem gegen Minister Graf Lambsdorff und Ex-Minister Friderichs, diese Affäre schwärt nun ins dritte Jahr - über den Wahltermin 6. März hinaus.
SPIEGEL 50/1981 brachte die ersten Enthüllungen und half mit, skandalöse Amnestie-Pläne der Bundestagsparteien zu vereiteln. Zweimal schon war die Affäre SPIEGEL-Titel. Hilft nichts - neue Einblicke in die notorisch »nutzbringende Verbindung« zwischen Flicks »schwarzer Kasse« und Parteigrößen wie Regierungsamtsträgern erzwingen einen dritten SPIEGEL-Titel.
»Der beinahe einzige Trost in dieser Affäre«, schrieb nach dem zweiten die »Zeit«, »ist darin zu finden, daß sie, wenngleich sehr spät, so doch noch öffentlich wurde.« Und die »Stuttgarter Zeitung": »Man muß dem SPIEGEL zugute halten, daß allein die privaten Presseorgane in das Finanzgebaren der Parteien hineinleuchten, da die öffentlich-rechtlichen Medien weitgehend ausfallen.« Das sollte auch für die Informationen gelten, die diese SPIEGEL-Nummer zum Schmiergeld-Fall Flick bringt (Seite 17).