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Hausmitteilung Titel / Zwangsadoption / Relotius / SPIEGEL GESCHICHTE

• aus DER SPIEGEL 5/2019
Schulz
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Foto: IRIS CARSTENSEN / DER SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für die Pförtner im Regierungsviertel gehört ihr Anblick zum Alltag: Allmorgendlich laufen Abgesandte von McKinsey, Boston Consulting, Roland Berger und Co. an ihnen vorbei, manche verfügen sogar über Büros in den Ministerien. »In manchen Projekten scheinen mehr Berater als Beamte zu arbeiten«, sagt Redakteur Thomas Schulz, der mit einem SPIEGEL-Team das Beraterunwesen in der deutschen Politik durchleuchtet hat. Sogar Spitzenpolitiker wie Innenminister Horst Seehofer sehen die vielen Consultants inzwischen mit Skepsis. Der CSU-Politiker warnt gegenüber dem SPIEGEL vor dem fortschreitenden Outsourcing staatlicher Aufgaben und gibt sich selbstkritisch: »Wenn wir alles richtig bewältigt hätten, würden wir heute nicht hier zusammensitzen und darüber reden.« Redakteur Martin Hesse traf beim Weltwirtschaftsforum in Davos den McKinsey-Chef Kevin Sneader. Sven Becker und Matthias Gebauer recherchierten weiter im Haus von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Schon die bisherigen Enthüllungen der Redakteure hatten dazu geführt, dass die Opposition einen Untersuchungsausschuss einsetzen will. Nun liegen neue Unterlagen vor, die den Verdacht der Vetternwirtschaft im Verteidigungsministerium erhärten. zum Artikel 

Im Dezember 1975 enthüllte der SPIEGEL, dass der Staatsapparat der DDR Kinder zur Adoption freigab, deren Eltern bei der Flucht erwischt worden waren. Nach der Wende wurden weitere politisch motivierte Zwangsadoptionen bekannt, doch bis heute ist das Unrecht nicht aufgearbeitet. Redakteurin Annette Großbongardt hat Eltern und Kinder besucht, die von den DDR-Behörden getrennt worden waren: Uwe Mai beispielsweise, der sechs Jahre alt war, als er seine leiblichen Eltern zum letzten Mal sah; oder Helga Gnieß, die nach 18 Jahren ihre Töchter wiederfand. »Im Namen des Sozialismus wurden Familien zerstört«, sagt Großbongardt, »selbst wenn sich Eltern und Kinder nach Jahrzehnten wiederfinden, sind sie einander doch fremd geworden.« zum Artikel 

Als der SPIEGEL den Fälschungsfall Relotius offenlegte, haben wir versprochen, die Vorgänge transparent aufzuarbeiten – diese Arbeit läuft. Von Claas Relotius sind im Heft und auf SPIEGEL ONLINE insgesamt rund 60 Texte erschienen, kurze Interviews sind darunter, aber auch große Reportagen, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. Viele dieser Artikel haben sich in wesentlichen Teilen als gefälscht herausgestellt. Derzeit geht ein Team aus Redakteuren und Dokumentaren alle betroffenen Texte noch einmal genau durch. Einen Überblick zum Stand der Untersuchung finden Sie online unter Spiegel.de/relotius , diese Liste wird in den kommenden Monaten laufend aktualisiert. Unabhängig davon untersucht eine Kommission, warum unsere Sicherungssysteme versagt haben. Sobald die Ergebnisse der Kommission vorliegen, werden wir auch darüber berichten.

Der Dichter Bertolt Brecht hat es auf eine derbe Formel gebracht: »Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral«: Beim Blick in die Geschichte finden sich verblüffende Zusammenhänge zwischen Politik und Essen. Bis heute spielen kulinarische Fragen eine wichtige Rolle in der Völkerverständigung. Das neue SPIEGEL Geschichte »Wie Essen die Welt prägte« berichtet von solchen Momenten zwischen Steinzeit und Gegenwart, in denen die Ernährung eine entscheidende Rolle spielte. Das Heft erscheint am Dienstag.

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