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Hausmitteilung Titel / Unsterblichkeit, SPIEGEL WISSEN

• aus DER SPIEGEL 43/2010
Smoltczyk (2. v. l.) in Bagdad
Smoltczyk (2. v. l.) in Bagdad

Smoltczyk (2. v. l.) in Bagdad

Foto: Scott Nelson / Der Spiegel
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Genau 391 832 Dokumente mussten geprüft und ausgewertet werden, neun SPIEGEL-Redakteure waren über Wochen mit den Recherchen für die Titelgeschichte zum Krieg im Irak beschäftigt. Bei den Dokumenten handelt es sich um Berichte US-amerikanischer Soldaten, die eine detaillierte Beschreibung der blutigen Wirklichkeit erlauben. Die Internetplattform WikiLeaks hat sie jetzt ins Netz gestellt, wie im Juli bereits Zehntausende Dokumente über die Lage in Afghanistan; SPIEGEL-Redakteure haben sie ebenso wie Kollegen der »New York Times«, des Londoner »Guardian« und anderer ausländischer Medien vorab analysiert. »Sie offenbaren die Hilflosigkeit der Amerikaner«, sagt Redakteur Holger Stark, 40. Das US Verteidigungsministerium rief die Journalisten in der vergangenen Woche dazu auf, nicht mit WikiLeaks zu kooperieren und von einer Veröffentlichung abzusehen. Die Redaktion des SPIEGEL aber hält die neuen Dokumente für eine unverzichtbare Quelle, um den Krieg zu bewerten; wie bei ihrer Berichterstattung über Afghanistan achtet sie darauf, keine Menschen zu gefährden, und nennt etwa die Namen von Informanten der US-Streitkräfte und ihrer Alliierten nicht. Die Bilanz der Kriegsjahre fällt zwiespältig aus: Saddam Hussein ist gestürzt, seine Tyrannei beendet, die Iraker können ihre Regierung wählen - doch die Demokratie ist labil und die Gewalt allgegenwärtig. Bei seinen Recherchen in Bagdad wurde dem SPIEGEL-Korrespondenten Alexander Smoltczyk, 51, gleich deutlich gemacht, womit er rechnen müsse: Im Hotel sollte er beim Check-in seine Blutgruppe angeben. Der Tourismusminister trug ihm später auf, die Deutschen zu grüßen und nach Bagdad einzuladen, er persönlich garantiere für ihre Sicherheit. Smoltczyk: »Er meinte es ernst, aber es wird noch dauern, bis die Stadt von Terrorismus auf Tourismus umgestellt haben wird« (Seite 106).

Auf die Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit begab sich SPIEGEL-Redakteur Philip Bethge, 43. Er traf die US-Amerikanerin Brooke Greenberg, die Mediziner verblüfft: Die 17-Jährige verharrt körperlich und geistig auf dem Stand eines Babys. Zunächst war sie zurückhaltend, später streckte sie dem Redakteur ihre Ärmchen entgegen und ließ sich hochheben. »Sie war federleicht«, sagt Bethge, »es ist nicht zu begreifen, dass sie sich über die gesamte Zeit kaum verändert hat« (Seite 172). Dem Thema Zeit in seinen unterschiedlichsten Facetten widmet sich das neue Heft der Reihe SPIEGEL WISSEN. Redakteure sowie der Schauspieler Mario Adorf, 80, und der Schriftsteller Peter Glaser, 53, schreiben über »Mehr Zeit - Vom richtigen Umgang mit einem kostbaren Gut«; so lautet der Titel des Hefts, das am Dienstag erscheint und 7,50 Euro kostet.

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