Titel - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Titel

• aus DER SPIEGEL 16/1981
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Datum: 13. April 1981 Betr.: Titel

Vor gut sechs Jahren schrieb Professor Hoimar von Ditfurth in einem SPIEGEL-Essay: »Wer die Anregung, auf einen Hungerstreik anders als mit Zwangsernährung zu antworten, nicht zu diskutieren bereit ist ... muss sich den Verdacht gefallen lassen, er denke nicht mehr an das Schicksal der Häftlinge ...«

Seit dem 13. September 1974, als Ulrike Meinhof im Kriminalgericht Moabit zum Hungerstreik gegen die »Vernichtungshaft« aufgerufen hat, herrscht bei Politikern, Juristen und Medizinern Ratlosigkeit über den selbstzerstörerischen Fanatismus inhaftierter Mitglieder der »Roten Armee Fraktion« und anderer Anarcho-Gruppen. Die Lösung des Problems, ob der Staat die Forderungen der Häftlinge erfüllen oder ob er seine Pflicht, Menschenleben zu erhalten, mit der Zwangsernährung durchsetzen oder ob er untätig bleiben solle, lässt sich nicht durch Demonstrationen in Partei- und Pressebüros erzwingen.

Wie schwierig eine Lösung ist, hat der SPIEGEL seit 1974 in zahlreichen Artikeln und Gesprächen deutlich zu machen versucht. Er hat über die Haftbedingungen berichtet, die Konsequenzen des Hungerstreiks und die Prozedur der Zwangsernährung beschrieben.

Angesichts der akuten Gefahr, in der sich die seit Wochen hungernden Häftlinge befinden, haben die Redakteure Axel Jeschke und Hans-Wolfgang Sternsdorff mit den drei West-Berliner Intensiv-Medizinern, den Professoren Wolfgang Dissmann und Walter Thimme sowie dem Oberarzt Hans-Jochen Buschmann, die medizinische und ethische Problematik der Zwangsernährung erörtert. Die Titelgeschichte schrieb Christian Habbe, das Titelbild ist eine Rekonstruktion.

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