Hausmitteilung Titel / Archäologie / »Weiße Rose« / SPIEGEL GESCHICHTE
Blasberg, Mayr
Foto: R. MCDOWALL / DER SPIEGEL; M. DI LAURO / GETTY IMAGESKeine sechs Jahre regiert Papst Franziskus im Vatikan, bei seinem Amtsantritt erhofften sich viele Gläubige einen weltoffenen Katholizismus. Doch nun erschüttern schon wieder Skandale die Weltkirche in deren Fundament. Es geht dabei erneut um tausendfach dokumentierten sexuellen Missbrauch durch Seelsorger. Eine Reise auf den Spuren der Opfer führte ein SPIEGEL-Team in die USA, nach Argentinien und nach Bayern. Marian Blasberg traf nahe Buenos Aires Julieta Añazco, die während einer Beichte von einem Priester missbraucht worden war – sie war damals sieben Jahre alt. Christoph Scheuermann und Valentyna Polunia recherchierten in der Diözese Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania. Und Walter Mayr fing in Rom die Stimmung inner- und außerhalb der Vatikanischen Mauern ein. Was ihm auffiel: Je mehr der Zorn der Würdenträger über die Zustände in der Kirche wächst, desto geringer wird ihre Bereitschaft, darüber zu reden. Kaum ein Gesprächspartner lässt sich namentlich zitieren. Erzbischof Georg Gänswein immerhin, der Mann, der dem jetzigen Papst und dessen Vorgänger dient, nahm sich Zeit für ein langes Gespräch im Apostolischen Palast. zum Artikel
Am 21. Oktober 1907 legte ein Sandgruben-Arbeiter in der badischen Gemeinde Mauer einen Unterkiefer frei, etwa 600 000 Jahre alt und hervorragend erhalten. Eine archäologische Sensation. Man könnte meinen, das älteste Fossil der Gattung Homo, das jemals in Deutschland gefunden wurde, würde an einem angemessenen Platz aufbewahrt. Als Guido Kleinhubbert in der Universität Heidelberg den Unterkiefer für seine Recherchen über die ersten Deutschen begutachten wollte, führte man ihn jedoch in einen winzigen Kellerraum. Dort standen sperrmüllreife Möbel, und offensichtlich wird selten geputzt. »Ein solcher Fund müsste im Museum gezeigt werden«, sagt Kleinhubbert, »schließlich handelt es sich um eines der bedeutendsten Zeugnisse der deutschen Urgeschichte.« zum Artikel
In eigener Sache: Die Berichterstattung von Claas Relotius steht nach SPIEGEL-Recherchen unter dem Verdacht weitgehender Fälschungen und Manipulationen durch den Autor. (mehr dazu hier: http://www.spiegel.de/relotius) Der SPIEGEL geht allen Hinweisen nach und lässt die Artikel bis zu einer weitgehenden Klärung der Vorwürfe unverändert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu ermöglichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de
Traute Lafrenz ist die letzte Überlebende der Widerstandsgruppe »Weiße Rose«, sie verteilte Flugblätter gegen Adolf Hitler und war verliebt in Hans Scholl. Die gebürtige Hamburgerin ist heute 99 Jahre alt, seit 1947 lebt sie in den USA. Claas Relotius rief sie an, die Nummer hatte er im Telefonbuch gefunden, doch Lafrenz war zunächst nicht bereit, ihn für ein Gespräch zu empfangen. Relotius flog trotzdem nach South Carolina, mit Labskaus und Kemm'schen Kuchen im Gepäck, zwei Spezialitäten aus ihrer alten Heimat. Fünf Stunden lang sprach Lafrenz über ihr Leben, den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und über das Wiedererstarken der Rechten in Deutschland. zum Artikel
Die mittelalterlichen Kreuzzüge gelten als Kriege im Namen Gottes: Von der katholischen Kirche sanktioniert, fielen die Armeen ins Heilige Land ein, um die Muslime zu vertreiben. Die Feldzüge waren aber weit mehr als ein Kulturkonflikt zwischen Christentum und Islam. Die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE beschreibt politische, wirtschaftliche und religiöse Motive. Wie entwickelte sich aus der muslimischen Gegenwehr der Dschihad? Und wieso ist es unzulässig, die Kreuzzüge als Propaganda zu benutzen? Das Heft »Die Kreuzzüge« erscheint am Dienstag.