Hausmitteilung Titel, Justizversagen, Hockney
Reuter in Aleppo 2015
Es ist in diesen Tagen unmöglich, nach Aleppo zu reisen und von dort zu berichten, der Ostteil der Stadt ist eingekesselt, die russische Luftwaffe, die syrische Armee lassen Bomben auf die Stadt regnen, und die Welt sieht zu. Christoph Reuter war viele Male in der einstmals so schönen und dann zunehmend zerstörten Stadt; er konnte die Kontakte von all diesen Reisen, aus all diesen Jahren nutzen, um die Lage vor und in Aleppo zu entwirren. Denn um über politische Optionen sinnvoll diskutieren zu können, ist es nötig, die Lage vor Ort zu verstehen. Aus diesem Grund beschreibt Reuter, unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus dem Auslandsressort, wer mit welchen Motiven an den verschiedenen Fronten kämpft, wie die verbliebenen wohl 250 000 Menschen im Ostteil der Stadt leben und wie es in naher Zukunft weitergehen mag. Reuters Urteil: »Wir erleben den Weltkrieg um eine Stadt und zugleich den ersten internationalen schiitischen Dschihad der Geschichte.«zum Artikel
Lakotta
Foto: WWW.GORDONWELTERS.COMAls Beate Lakotta vor dem Jugendschöffengericht in Norderstedt Platz nahm, war sie neugierig auf den Umgang der Justiz mit einem Fall, der in der Öffentlichkeit für viel Empörung gesorgt hatte. Es ging um den Vorwurf der Vergewaltigung, in einem Schwimmbad der Stadt. Zwei Flüchtlinge waren angeklagt, zwei deutsche Mädchen die Opfer. Der Prozess vermittelte Lakotta ein erschütterndes Bild von den Routinen der deutschen Justiz. Ermittlungsfehler traten zutage, begangen offenbar unter dem Druck der öffentlichen Meinung in einer politisch aufgeheizten Situation. Lakotta nennt das, was geschah, »ein Justizversagen«, zulasten zweier Flüchtlinge aus Afghanistan und deren Familien. Wie es dazu kam, wer dafür verantwortlich ist, beschreibt sie ab zum Artikel
Hüetlin, Hockney in London
Der englische Maler David Hockney zählt zu den großen lebenden Meistern der modernen Kunst. Mit ungebrochener Schaffenskraft arbeitet der fast 80-Jährige täglich von neun Uhr morgens an mit Pinsel und iPad. Interviews sind ihm ein Gräuel, da sie ihn von dem abhalten, was ihm wirklich wichtig ist: seiner Arbeit. Am liebsten gewährt er Interviews, die lediglich 15 Minuten dauern. Für Thomas Hüetlin machte Hockney eine Ausnahme. »Er soll einfach kommen, und dann sehen wir schon«, ließ Hockney ausrichten. Hüetlin kam zum Frühstück und blieb den ganzen Tag. Seltsam fand der gelegenheitsrauchende Reporter nur den Nikotinnebel, den Hockney und seine Männer produzieren. »Man wird am Hofe von Hockney wie ein Banause angeschaut, wenn man Zigaretten nicht als Grundnahrungsmittel und, fast noch wichtiger, als kulturelle Errungenschaft versteht«, sagt Hüetlin. zum Artikel