Tod von Tausenden
Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Aufklärung über »Nachkriegsverbrechen in der Stalin-Ära« der DDR. In einem offenen Brief an DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und SED-Chef Gregor Gysi wird an die »Masseninternierungen« von 160 000 Menschen erinnert - neben ehemaligen Nationalsozialisten auch kommunistische Dissidenten, Intellektuelle, Sozial- und Christdemokraten sowie Theologen. Die SED habe damals befürwortet, die befreiten Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Bautzen erneut als KZ unter sowjetischer Kontrolle einzurichten. Auch nach Übergabe der Lager an die DDR im Jahre 1950 sei es zum Tod von Tausenden durch »Mißhandlungen, Hunger oder Tuberkulose« gekommen. Tilman Zülch, Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation, fordert von der SED-PDS-Führung eine »Namensliste der Toten« und eine »Rehabilitierung der unschuldigen Opfer«.