KOREA Todesfalle U-Bahn
Es ist wenige Minuten vor zehn Uhr morgens, als der Mann im Trainingsanzug mit einem Milchbehälter in der Hand eine U-Bahn-Station in der südkoreanischen Millionenstadt Taegu betritt. Kurz nachdem ein Zug einfährt und die Türen sich öffnen, greift der Mann zum Feuerzeug, zündet den Behälter und wirft ihn in einen Waggon, der sofort in Flammen steht. Die Passagiere versuchen noch verzweifelt, sich zu befreien, als drei Minuten später eine weitere Bahn in die Station einfährt und ebenfalls Feuer fängt. Die Türen werden viel zu spät geöffnet. In den beiden Zügen verbrennen fast 190 Menschen. Nach der Katastrophe verhaften die Behörden sieben Angestellte, weil sie hilflos auf das Unglück reagiert hatten. Überdies werden umfangreiche Sicherheitsmängel festgestellt. Der Brandstifter wird verletzt gefasst - ein geistig verwirrter Selbstmordkandidat, der - so die Polizei - lieber »zusammen mit anderen Menschen sterben wollte als allein«.