Todesstoß - DER SPIEGEL
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Briefe

Todesstoß
• aus DER SPIEGEL 52/1972
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Todesstoß

(Nr. 49/1972, Wohnungsbau)

Es ist zu schade, daß Ihr Bericht über Dewog-Lücke nicht vor der Bundestagswahl erschien. Herr Lücke verlor zwar nach 23 Jahren seinen sicheren Wahlkreis an den Kandidaten der SPD. Bertram Blank, beteuert aber in der lokalen Presse. sein Gegner habe nur mit Hilfe der Erststimmen der FDP-Wähler durchbrechen können! Dabei liegt Köln-Neubrück einige Kilometer von der Grenze des Wahlkreises von Herrn Lücke entfernt ...

Porz (Nrdrh.-Westf.) HANSPETER SCHMITZ

Es ist zu begrüßen, daß durch Ihren Bericht der Kölner Dewog-Skandal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird. Leider kommen die Dewog-geschädigten Mieter darin neben den Käufern etwas zu kurz. Mehrere hundert Mieter. vorwiegend Rentner. haben sich auf die Dewog verlassen. Sie gaben ihre billigen Wohnungen auf, verschuldeten sich durch Umzug und Möbelkauf und sollen nun statt der 3,07 Mark. die bei der Anmietung genannt wurden, 5,21 Mark pro Quadratmeter zahlen und dazu noch eine Nachzahlung von über 1000 Mark. Die meisten Mieter können das einfach nicht aufbringen, wenn sie nicht auf die Mahlzeiten verzichten wollen. Das Ausmaß der Erhöhung ist so groß. daß die Abrechnungen mehr als zweifelhaft erscheinen. Seit Anfang dieses Jahres kämpfen die Mieter, die sich in einer Aktionsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, zusammen mit der »Aktion Mieterschutz' der Kölner Jungsozialisten darum, die Abrechnungen der Dewog durch einen neutralen Gutachter überprüfen zu lassen. Bisher leider ohne Erfolg und leider auch ohne Unterstützung durch Rat und Verwaltung der Stadt Köln. So scheint, wenn nicht doch noch etwas geschieht, dem sozialen Wohnungsbau ein Todesstoß versetzt worden zu sein.

Köln DR. ELMAR HUCKO Aktion Mieterschutz der Kölner Jungsozialisten

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