INDIEN Tödlicher Salto
Das Flugzeugunglück vom vergangenen Freitag im nordwestlichen Bundesstaat Punjab weckt Zweifel an der Wehrkraft Indiens: Ein veralteter Jet aus russischer Produktion, Typ MiG-21, war nach einem Salto mit der Nase in eine Bankfiliale gekracht. Der Unfall in der Stadt Jalandhar forderte mindestens 8 Tote und 25 Verletzte und war der traurige Höhepunkt einer Serie von mehr als hundert MiG-21-Abstürzen während der vergangenen zehn Jahre. Erst sieben Tage zuvor war ein anderer Pannenjet auf einem Acker in Rajasthan zerschellt. In Jalandhar konnten sich die Piloten mit dem Schleudersitz aus ihrer brennenden Maschine retten, nachdem bereits 39 Kollegen bei Übungsflügen gestorben waren. Trotz solcher Risiken bleiben die MiGs im grenznahen Gebiet zu Pakistan im Einsatz. Luftwaffenchef S. Krishnaswamy nennt seine Flotte »tauglich« - dabei existiert nicht einmal ein Simulator für die Schulung der MiG-21-Piloten. Die Hälfte der indischen Kampfflugzeuge stammt aus der Sowjetunion, der Rest zumeist aus Großbritannien und Frankreich; Zeitpläne zur Modernisierung der altersschwachen Luftflotte werden nicht eingehalten. Doch auch am Boden wird die Großmacht Indien ihren Ansprüchen nicht gerecht: Der Feuerwehr von Jalandhar fehlte Löschwasser, und ein Einsatzwagen gab den Geist auf.