Tom Koenigs,
56, Chef der Uno-Zivilverwaltung im Kosovo, wurde Opfer einer seiner eigenen Anordnungen. Seit einigen Wochen versuchen die Ordnungshüter, im Kosovo Tempolimits gegen Raser durchzusetzen. Auch der Uno-Dienstjeep des ehemaligen Revolutionärs, Bankers, Übersetzers und grünen Stadtkämmerers von Frankfurt wurde Mitte August auf der Straße nach Pristina von Uno-Soldaten gestoppt. Statt erlaubter 80 Stundenkilometer war Koenigs' Fahrer laut Radargerät mit 92 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Die Strafe von 20 Mark - Koenigs teilte sie sich mit einem Mitarbeiter und seinem Chauffeur - muss nun bei der Gemeindekasse in Pristina eingezahlt werden. Geldstrafen am Straßenrand sofort zu begleichen ist aufgrund der Anordnung des obersten Zivilverwalters aus pädagogischen Gründen nicht mehr erlaubt. Den Extra-Weg nimmt der Frankfurter Grüne freilich gern in Kauf. Sei doch der Autofahrer, der einem Polizisten Bakschisch zusteckt, »im Kosovo ein Bild«, so Koenigs, »das die Albaner leider noch gut aus der Vergangenheit kennen«.