Tom Koenigs,
52, grüner Frankfurter Kämmerer und Ex-Sponti, gewährt im hessischen Kommunalwahlkampf Einblick in seine großbürgerliche Kindheit. Auf einem Wahlplakat präsentiert sich der Bündnisgrüne, der anstatt Schlips und Kragen auch bei offiziellen Anlässen lieber Jeans und Sweatshirt trägt, als biederer Konfirmand - mit dunklem Anzug, Krawatte und weißem Hemd vor der Bücherwand im Elternhaus in Oberbreisig. »Damals, mit 14, bekam ich meinen ersten Anzug«, erinnert sich Koenigs. Von da an war es für den Bankierssohn »zu festlichen familiären Anlässen« selbstverständlich, den Binder anzulegen. Auch als Banklehrling kleidete er sich noch täglich in korrektes Tuch. Doch im Studium zu Apo-Zeiten tauschte er das endgültig gegen Jeans und Lederjacke ein. Der konservativen frankfurter allgemeinen, die den Kämmerer regelmäßig wegen seines »spätpubertären Kleidungsstils« abwatscht, hat Koenigs unterdessen ein Friedensangebot gemacht: Wenn er das nächste Mal wegen fehlenden Schlipses ein Minus in der faz-Klatschspalte bekomme, versprach Koenigs dem Herausgeber Hugo Müller-Vogg, werde er am nächsten Tag in dessen Büro mit Anzug und Krawatte erscheinen. Seitdem schweigt die faz.