Transrapid auf Pannenkurs - DER SPIEGEL
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CHINA Transrapid auf Pannenkurs

• aus DER SPIEGEL 29/2003
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Wegen technischer Probleme mit dem Shanghaier Transrapid drohen dem deutschen Unternehmen ThyssenKrupp Konventionalstrafen in Millionenhöhe: Die 30-Kilometer-Magnetschwebebahn (Gesamtkosten 1,2 Milliarden Euro), bei der Eröffnung Ende Dezember von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem damaligen Amtskollegen Zhu Rongji als Wunderwerk deutscher Innovation gefeiert, könnte in Verzug geraten. Ursprünglich sollte der kommerzielle Probebetrieb zwischen dem Flughafen Pudong und der U-Bahn-Station Longyang im Oktober dieses Jahres auf zwei Fahrspuren beginnen. Nachdem Teile der Verkabelung verschmorten, bestehen die chinesischen Partner jetzt darauf, sämtliche Leitungen auszuwechseln. Dies könnte zusätzlich rund 30 Millionen Euro kosten - allein für den Eiltransport der Spezialkabel, die vom Herstellungsort Hannover per Frachtflugzeug nach Shanghai gebracht werden, muss ThyssenKrupp rund fünf Millionen Euro einplanen. Die Deutschen haben für die Reparaturen nur einen Monat veranschlagt und versichern, den Zeitplan einzuhalten. Experten vor Ort sprechen jedoch von einer »Katastrophe« - zumal weitere Probleme zu lösen sind: Die Magnetschwebebahn ist noch um fünf Dezibel zu laut, außerdem sind am Zug bereits Schrauben korrodiert. Verärgert über die Pannen, verzichtete das chinesische Partnerunternehmen bislang auf den Kauf von drei zusätzlichen Waggons. Ohnehin scheinen die deutschen Magnetbahn-Produzenten derzeit schlechte Karten zu haben. Der Traum, Shanghai und Peking mit dem Transrapid zu verbinden, ist offenbar gefährdet, da sich führende Funktionäre des Eisenbahnministeriums wegen der Kosten für einen traditionellen Hochgeschwindigkeitszug ausgesprochen haben.

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