Trimmkurs in Demokratie - DER SPIEGEL
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INDONESIEN Trimmkurs in Demokratie

• aus DER SPIEGEL 10/2000
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Den Kampf um die Loyalität der indonesischen Streitkräfte hat Präsident Abdurrahman Wahid bereits für sich entschieden - nun soll die rund 300 000 Mann starke Truppe auch auf einen demokratischen Kurs getrimmt werden. Nachdem der reformorientierte Generalmajor Agus Wirahadikusumah zum Chef der einst wegen ihrer außerordentlichen Brutalität berüchtigten Eliteeinheit Kostrad ernannt wurde, sollen jetzt 40 demokratisch gesinnte Offiziere in den Generalsrang befördert werden. Nur vier entstammen der Armee, der Rest der Luftwaffe und Marine. Die marschierende Truppe gilt als Hort von Anhängern des kürzlich kaltgestellten Sicherheitsministers Wiranto - dem wohl mächtigsten Gefolgsmann des Ex-Diktators Suharto. Die Neubesetzung der Führungsposten mit durchweg jüngeren und vor allem politisch unbelasteten Generälen ist jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer Erneuerung der Streitkräfte des südostasiatischen Inselreichs. Bedingt durch die Wirtschaftskrise und den Machtkampf nach dem Fall Suhartos, befinden sich die Streitkräfte in einem katastrophalen Zustand. Bei der Luftwaffe sind nur noch 40 Prozent der Maschinen einsatzbereit. Bei der Marine, die den mit 17 500 Inseln größten Archipel der Welt gegen hoch gerüstete Schmuggler und Piraten zu verteidigen hat, können allenfalls 20 Prozent der Schiffe auslaufen, als modernstes Kriegsgerät gelten dabei schon Korvetten aus den Beständen der ehemaligen NVA, die nach der Wiedervereinigung von Jakarta erworben wurden. Die Ausrüstung der Armee ist besonders veraltet, sie befindet sich nach Expertenmeinung teilweise sogar auf dem Stand des Zweiten Weltkriegs.

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